#nogauck

Ein regnerischer Tag, grauer Himmel. Heute „wählt“ eine Clique namens classe politique IHREN Präsidenten. Die ganzen Brennpunkte, Sondersendungen, Specials und Extras können sich die Öffentlich-Rechtlichen, erst Recht die Privaten, dorthin schieben, wo kein Sonnenstrahl hinkommt! Bei mir bleibt Polit-TV heute aus. Joachim Gauck, jemand der u.a. so etwas von sich gibt

“Das geschieht dann, wenn das Geschehen des deutschen Judenmords in eine Einzigartigkeit überhöht wird, die letztlich dem Verstehen und der Analyse entzogen ist. Offensichtlich suchen bestimmte Milieus postreligiöser Gesellschaften nach dem Element des Erschauerns vor dem Unsagbaren. Da dem Nichtreligiösen das Summum Bonum – Gott – fehlt, tritt an dessen Stelle das absolut Böse, das den Betrachter erschauern lässt.”

wird heute zum Bundespräsidenten gemacht. Armes Deutschland.

Der systematische industrielle Massenmord begangen an c.a. 6 Millionen Juden ist in dieser Form einzigartig, da gibt es nichts zu überhöhen! Das sind historische Fakten, für die es keinen Präzidenzfall gibt. Gauck verrührt sein Geschwurbel mit religiösen Zutaten zu einer Melange, bei der mir schlecht wird. Menschen, deren Lebensweg nicht zu Gott führt, deren Pfad aber trotzdem ein Ethisch-Moralischer sein kann, werden geringschätzig als „Bestimmte Milieus postreligiöser Schichten“ bezeichnet. Derartige Auslassungen resultieren aus der rückwartsgewandten Ideologie eines konservativen Theologen mit dem bitteren Beigeschmack von Holocaustrelativierung.. Einer von vielen Gründen warum ich sage:  #nogauck

Dass der SPD und den Grünen, die Joachim Gauck aus machtstrategischen Gründen gegen Wulff in Postion brachten, dieser Bundespräsident mit wirtschaftsliberal-konservativen Ansichten idiologisch um die Ohren fliegen müsste, ist eine andere Geschichte. Aber vielleicht erzählt sie uns ja nur, wie tief Sozialdemokraten und Grüne im schwarzgelben neoliberalen Sumpf stecken?

7 thoughts on “#nogauck

  1. Ich verstehe diese Äußerung von Gauck ganz anders. Für mich spricht er hier einen sehr wichtigen Punkt an, der mich schon seit Schulzeiten umtreibt. Es reicht eben nicht, mit Gänsehaut vor einem Holocaust-Manmahl zu stehen und mit ernster Mine den Kopf zu schütteln. Wir müssen verstehen, wie so etwas passieren konnte; wie sich das, was wir von heute aus zum unvorstellbaren Bösen stilisieren zusammenbrauen konnte. Dabei hat die Metaphysik nichts zu suchen: Die Menschen vor 60 Jahren waren kaum dümmer, bösartiger oder unzivilisierter als wir. Und trotzdem konnte diese Katastrophe passieren. Warum? Das müssen wir verstehen. Nur, wenn uns das gelingt, können wir eine Wiederholung ausschließen.

    Das steht so ähnlich auch hier: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2012%2F03%2F03%2Fa0178&cHash=136edf0a56

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  2. @Kopfkompass
    Hm, interessant. Ich bin nicht in der Lage Deine Interpretation aus Gaucks Worten zu extrahieren. So unterschiedlich können Perspektiven sein. Womit ich nicht sagen will, dass mein subjektiver Standpunkt der Bessere bzw der Richtige ist. Recht hast Du, wenn Du sagst, dass es nicht ausreicht vor Holocaust-Mahnmalen betroffen den Kopf zu schütteln. Die Frage „Wie konnte es soweit kommen“ ist ebenso wichtig wie „Wir können wir verhindern, dass sich jener grausame Abschnitt unserer Geschichte in ähnlicher Form wiederholt?“ Zu diesen Fragen sehe ich bei Gauck keine Impulse, die uns weiterbringen, stattdessen lobt er Sarrazins Thesen, die einige erschreckende Parallelen zum düsteren Kapitel unserer Historie aufweisen, als „mutig“. Ich habe ein ungutes Gefühl bei Gauck,…

    taz: Der Rückfall – Gaucks verzerrtes Geschichtsbild

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  3. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Bundespräsidenten liegt sicher nicht in der Stellungnahme zum Thema des Holocaust. Derzeit stehen enorme Veränderungen in der Welt an, die zu großen Veränderungen, ja auch zu schweren Verwerfungen führen können.
    Der Bundespräsident wird sich daran messen lassen müssen, in wie weit er als moralische Instanz über der agierenden Politik steht, als Präsident für alle, auch für die, die ihn nicht gewählt hätten. So wichtig die Vergangenheitsbewältigung auch ist, sie sollte nicht so weit gehen, dass sie die Gegenwart und die Zukunft deshalb lähmt!

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  4. O.K. dann schauen wir mal auf die ersten Amtshandlungen „unseres“ neuen Bundespräsidenten: Gestern war er bei einer Preisverleihung der Herbert Quandt-Stiftung. Quandt? Da klingelt doch was…Wer war Herbert Quandt?:

    Nach dem frühen Tod der Mutter 1918 prägten ihn insbesondere die Auslandsreisen mit seinem Vater. Günther Quandt war inzwischen zu einem der erfolgreichsten Unternehmer in Deutschland aufgestiegen, vornehmlich in der Akkumulatoren-Industrie. Für Herbert Quandt wurde bald eine technische Ausbildung notwendig. Er verbrachte unter anderem mehrere Monate als Praktikant in den USA. In diese Entwicklung hinein kamen die Jahre der Nazi-Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges. 1940 trat er in die NSDAP ein.[1] Während der Zeit des Nationalsozialismus war er Vorstandsmitglied der Accumulatoren-Fabrik AG (AFA; seit 1962 VARTA) und an der Seite von Günther Quandt unter anderem Leiter der Personalabteilung.[1] In der Berliner Fabrik der Pertrix-Werke GmbH war er zugleich Betriebsdirektor.[1] In den Werken kamen Zwangsarbeiter zum Einsatz, die ohne Schutz mit hochgiftigen Chemikalien hantieren mussten, was Hunderte mit dem Leben bezahlten.[2]

    Nach Einschätzung von Benjamin Ferencz, der bei den Nürnberger Prozessen für die Anklagebehörde arbeitete, wären Herbert Quandt und sein Vater Günther ebenso wie Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Friedrich Flick und die Verantwortlichen der I.G. Farben als Hauptkriegsverbrecher angeklagt worden, wenn die heute zugänglichen Dokumente den Anklägern damals vorgelegen hätten. Die entscheidenden Dokumente zu ihrem Wirken im Dritten Reich lagen den Behörden in der britischen Besatzungszone vor. Die Briten hielten das Material zurück, weil sie erkannt hatten, welche Bedeutung die Batterieproduktion der AFA auch nach dem Krieg hatte, und die Eigentümer deswegen schonen wollten.[1]
    Quelle

    Passt schon.

    Heute hält er sein große Rede, die ich mir nicht gebe…ich glaub‘ mir wird schon wieder schlecht.

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  5. kann man immer wieder auspacken die alten Geschichten. Vielleicht war dein Opa auch in der NSDAP – wenn ja, soll ich dich dann verurteilen.?
    Schau doch lieber mal nach vorne!!

    Übrigens war mein Opa Gewerkschafter und hatte einigen Ärger mit den „Braunen“.
    Bin trotzdem nicht stolz darauf – es hätte auch anders sein können und ich hätte nichts daran ändern können.
    Frage mich zu wechem Präsident du yes gesagt hättest.

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  6. Meine Opas sind schon lange tot. Wäre Opa bei der NSDAP gewesen, hätte er sich unangenehme Fragen von mir gefallen lassen müssen, erst recht wenn er vorgestern zu einer „Stiftung“ gegangen wäre, welche den Namen eines Altnazis trägt, das sind dann auch keine alten Geschichten mehr:
    Die Quandts

    Übrigens bin ich nur stolz, wenn mir selbst etwas Gutes gelingt. Kollektivstolz, respektive Nationalstolz sind mir eher fremd.

    „Yes“ hätte ich zu Georg Schramm gesagt, aber er hätte es nicht gemacht. Von mir aus könnte man das Amt aber auch ersatzlos streichen, kostet dem Steuerzahler ohnehin unnötig Geld. Den Grüßaugust kann auch die Merkel machen,…

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