YouTube-Sperre umgehen (finde ich o.k)

Aus aktuellem Anlass, hier kurz ein Tipp, wie man die u.a. vom Rechteverwurster GEMA veranlassten Sperren von YouTube-Videos umgehen kann, nämlich indem man das Firefox-Addon ProxTube installiert. Vermutlich kommt für DDR-Nostalgiker kein Westfernsehen-Gefühl auf, weil diese Umleitung über amerikanische Proxies sogar legal sein soll.

[Aktuallisiert 22.04.2012]
Bei folgendem Video, laut Angabe wegen der GEMA gesperrt, funktioniert es via ProxyTube:

Klick mal direkt auf Play, geht nicht. Auf „Youtube ansehen“ anklicken (unten rechts), ProxyTube entsperrt es dann.

Das kriege ich nicht auf die Reihe: Die „Non-Profit-Organisation“ GEMA, die sich angeblich selbstlos für notleidende hungernde Künstler in Deutschland einsetzt, bewirkt die Sperrung eines Videos, produziert von der Non-Profit-Organisation „Playing for Change“, die sich für werdende Künstler in den ärmeren Regionen dieser Welt engagiert. Finde den Fehler!

Ich finde es ganz o.k. mit technischen Hilfsmitteln parasitäre Institutionen, Rechteverwerter, die sich zwischen Künstler und Publikum breitmachen, zu umgehen.

{update 24.11.2012}
Mittlerweile kann ich das Tool ProxyTube nicht mehr empfehlen, aus folgenden Gründen: „Wer von den GEMA-Sperrungen auf JuhTjuhb profitiert? Halbseidene Tracker, Datensammler, Affiliate-Ramschkaufleute und Adware-Installateure, die mal eben Proxtube gekauft haben…“ Hier weiterlesen

Lesenswertes zum Thema:
Gema vs Youtube, die Fakten
Warum die Gema immer noch keine Ahnung hat, wieviel Musik wert ist
Warum die Gema so richtig überflüssig ist
Verwandte Blogbeiträge:
Youtube hat einen neuen Videokanal für Deutschland
Die Gema kriegt den Hals nicht voll
Ein paar Zeilen für Sony-Entertainment, BMG, Warner und Konsorten

9 thoughts on “YouTube-Sperre umgehen (finde ich o.k)

  1. tja, und aus aktuellem Anlass, sage ich Dir mal eben so, dass die das schon unterbunden haben! z.B. Gotye „Somebody that i just to know“ lief bei mir vor 5 Stunden noch über ProxTube.
    Nun (20:00 Uhr) geht nix mehr!

    Gruß aus Baden, der Trebbel

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  2. Lieber Tom,
    ich muss hier mal reingrätschen. Du schreibst: „Rechteverwerter, die sich zwischen Künstler und Publikum breitmachen“ … puhhh Was für ein Urteil…! Auch die verlinkten Beiträge… Ich habe mal reingeklickt … Der eine nennt sich „Fakten“ und ist von Sachlichkeit so weit weg wie man sich nur denken kann.
    Hier wird der Betrogene zum Feind gemacht. Wow!
    Die Gema ist das falsche Feindbild. Wer sich hier auf Kosten anderer bereichert ist Youtube/Google. Gegen die sollte die Webgemeinde vorgehen!!!!
    Die Gema wird von Künstlern/Musikverlagen damit beauftragt für die Einhaltung von Urheberrechten bzw. die Vergabe von Nutzungsrechten zu sorgen, so wie ich meinen Steuerberater beauftrage meine Einnahmen und Ausgaben rechtmäßig zu verbuchen oder die VG Wort, um meine Verwertungsrechte im Textbereich geltend zu machen. Für Bilder ist es die VG Bild Kunst. Niemand muss diese Verwertungsgesellschaften beauftragen. Offenbar aber Künstler/Kreative ein Interesse daran, am Ende Geld zu kriegen. Ob die Aufteilung gerecht ist, steht auf einem anderen Blatt und kann diskutiert werden. Das hat aber nichts mit dem Youtube-Streit zu tun.
    Diese Mentalität, dass alles kostenlos sein müsse, geht mir mittlerweile ziemlich auf den Keks: Dann kann ich demnächst beim Bäcker protestieren, warum der für seine Brötchen Geld will, ist ja wohl voll unverschämt. Und der Bäcker will dann das Mehl umsonst …
    Youtube muss zahlen. Dann wäre uns allen geholfen: Den Nutzern und den Künstlern.
    Im Moment verhalten sich Youtube/Google wie die Siedler im Wilden Westen. Sie nehmen, was sie wollen, ungeachtet dessen, ob das Land (Texte, Bilder, Musik) jemandem gehört. Und wenn jemand sagt, hey, das darfst du nicht, das gehört mir, dann wird er an Pranger gestellt oder im Regen stehen gelassen.
    Ist dass die Welt, die du willst?
    Hier ein Link dazu bei mir, wenn du ihn nicht magst, lass ihn weg: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2012/04/21/gema-und-youtube/

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  3. Hier ist die Geschichte der von mir sehr geschätzen Künstlerin Barbara Clear zum Thema Gemma.

    Dieser Verein bereichert sich auf Kosten der Künstler. Das Urheberrechte für Künstler wichtig sind, weil es Teil deren Einkommen ist, sollte jeden der nur alles rauben will, verständlich sein. Ich kann auch nicht zum Bäcker gehen und mir Semmeln bestellen und sagen, zahlen brauche ich nicht.

    Aber die Gemma und auch andere Verwertungsgesellschaften anderer europäischen Ländern arbeiten nur für sich und nicht für die Künstler.

    Wenn jemand seine Werke umsonst zur Verfügung stellen will, darf er nie einer Verwertungsgesellschaft beitreten, den mit Unterzeichnung des Vertrages mit der Gesellschaft wird ihm das verboten.

    Aus diesem Vertrag gibt es kein Herauskommen mehr.

    http://www.gulli.com/news/1056-gema-saengerin-barbara-clear-verlor-klage-2009-06-29

    http://www.barbara-clear.de/

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    • Lieber Quardian,
      vielen Dank für den Link! Wirft einen weiteren aufschlussreichen Blick auf die fiesen Matenten der GEMA. Ich habe auch noch einen Verweis beizusteuern: „Vogler“ der Betreiber einer Jazzbar hatte in den zurückliegenden Jahren auch so seine Erfahrungen mir der GEMA, hier nachzulesen:
      Jazzbar Vogler

      Viele Grüße gen Süden von
      tom

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  4. Liebe Mayarosa,
    reingrätschen ist bei mir immer erlaubt, solange der Ball gespielt wird, ist es ja kein Foulspiel😉

    Youtube ist durchaus zahlungsbereit, soll der GEMA einen Anteil an den Werbeeinnahmen angeboten haben, aber die Vorstellungen liegen offenbar ziemlich weit auseinander, was eine Einigung bislang unmöglich machte. Wenn die GEMA schon 23,01 Euro für das Lied Dicke rote Kerzen abkassiert, lässt das erahnen, wer in diesem Streit überzogene Vorstellungen hat. Mir geht es ziemlich auf den Wirsing, wenn die GEMA so tut als sei sie eine Hilfsorganisation für notleidende Künstler. Den ungerechten Verteilungsschlüssel bei diesem Bundesinkassoverein hast Du bereits angedeutet, da bleiben für die Kleinkünstler Brotkrummen, während die sogenannten ordentlichen Mitglieder, die alles andere als notleidend sind, kräftig absahnen.

    „Zahle 2010 insgesamt 1.080.000 € an drei #GEMA-Vorstände aus. Prangere im selben Atemzug an, daß Künstler am Hungertuch nagen. Priceless.“
    (PeterPiksa bei Twitter)

    Es ist vielmehr die Musikindustrie, die dafür verantwortlich ist, dass es Musikschaffende schwer haben von ihrem Einkommen zu leben, als die „Internetschnorrer“, denn die Musikindustrie ist es, die den Kreativen als wichtigstes Glied in der Verwertungskette nur c.a 5% der Einnahmen zugesteht. Die Musikindustrie hat im Jahre 2011 wieder ein leichtes Umsatzplus zu verzeichnen, trotz Videoportale und illegalem Filesharing.

    Was Youtube/Google und GEMA angeht, stehe ich nicht eindeutig nach dem bekannten gut/böse-Schema auf einer Seite. Eigentlich kannst Du beide in einen Sack stecken,… das mit dem Knüppel kennst Du😉

    Ja, Google „verdient“ ein Schweinemoos (Milliarden, jährlich!) durch die Nutzung von Fremdcontent. Mehr mit der Suchmaschine als durch die Tochter Youtube, die meines Wissens erst seit c.a. 2 Jahren Gewinn abwirft. So ist das in der Welt des Kapitalismus. Schweinereich wirst Du mit geringstem Aufwand am schnellsten durch Abschöpfung, durch das Ausnutzen von (humanen) Ressorcen. Andere multinational operierende Großkonzerne verhalten sich da leider auch nicht ethischer. Guck Dir die Mineralölkonzerne, die Textilindustrie oder Microsoft, Apple, Monsanto und wie sie alle heißen an… Bei dieser Kapitalismuskritik bin ich nah bei Dir😉 Es sind in der Tat heute noch Wildwest-Methoden, das merkwürdige Freiheitsverständis der Monopolisten. Ich bin aber bei den Indianern😉

    Zurück zu Youtube: Hier sehe ich das so, dass ein Anteil an den Videos zugunsten der Kreativ-Schaffenden wünschenwert ist, auf der anderen Seite profitieren sie aber auch, denn sie erhalten kostenloses virales Marketing. In „meiner Welt“ sieht es so aus, dass ich viele Künstler auf der größten Videoplattform im Internet erst entdeckt habe, was häufig dazu führte, dass ich mir Musikstücke oder gar ganze Alben gekauft habe, also nix mit „Kostenlos-Alles-Haben-Wollen-Mentalität“😉 Sperren, bedingt u.a. durch GEMA-Forderungen sind da eher kontraproduktiv und schaden m.E. den Künstlern eher, deshalb finde ich es auch o.k. selbige zu umgehen.

    Puuuh, dieser Kommentar ist ja länger als ein Durchschnitts-Blogartikel😉

    Liebe Grüße
    tom

    P.S. Der Vergleich mit den Brötchen hinkt übrigens oder bezahlst Du auch beim Bäcker nur für das Angucken der Brötchen? Selbst dann, wenn sie unappetlich aussehen?😉

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    • Lieber Tom, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
      Ich möchte den Konflikt Gema-Youtube einfach nicht vermischen mit möglichen Ungerechtigkeiten in den Strukturen Gema-Musikverlag-Künstler. Zweiteres lässt sich auch nicht so einfach über einen Kamm scheren. Schließlich gibt es viele Musikverlage und jeder Künstler hat einen eigenen Vertrag. Niemand muss die Verwertung an die Gema geben.
      Youtube will % x von den Werbeeinnahmen abgeben. Die Gema möchte Summe y pro Klick, weil das dem Honorarsystem entspricht. Summe x pro verkaufte CD, gespielts Stück im Radio etc. Und ich finde Youtube muss zahlen. Ob die Gema-Forderungen überhöht sind vermag ich nicht zu beurteilen. Man könnte genauso argumentieren, youtube möchte nur Brosamen abgeben.
      Der Vergleich mit dem Bäcker hinkt nicht, schließlich kann man Musik nicht essen. Musik konsumiert man, indem man sie hört, Videos indem man sie anschaut.

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      • Hallo Mayarosa,

        Eigentlich liegen wir mit unseren Meinungen soo weit nicht auseinander😉

        Die Zahlen, die rund um das Verhandlungspoker herumschwirrten, habe ich gelesen, demnach soll die Gema 13 Cent pro Klick verlangen (1 Cent beim ersten Klick, ab dem 2. dann jeweils 13 Cent). Dann müssten aber auch die Werbeeinnahmen pro Video berücksichtigt werden, da bin ich der Meinung, dass die Videos das nicht hergeben. Das ganze Gezerre IT-Industrie vs Musikindustrie und Rechteverwerter ist letztendlich zum Nachteil der Künstler und ein Ärgernis für das (Internet)Publikum.

        Eine Novellierung des Urheberrechts, halte ich für dringend erforderlich, wichtig wäre dabei, dass die Rechte der Kreativ-Schaffenden an ihre eigenen Werke dabei gestärkt werden, damit sie künftig nicht mehr durch Knebelverträge seitens Musikindustrie und Rechteverwerter ausgehöhlt werden können.

        Dein letzter Satz verwirrt mich: Erst schreibst Du, dass der Vergleich nicht hinkt, anschließend lieferst Du die Begründung, dass er es eben doch tut? Made my sunday:mrgreen:

        Einen schönen Sonntag Dir.

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  5. „In Deutschland kann man die Beastie Boys Videos nicht sehen, die sie selbst hochgeladen haben. So viel dazu, die #GEMA schütze die Künstler.“
    (Pantoffelpunk bei Twitter)

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