Weltwahnsinn, verdichtet: „wtf ?!“

Zur Lage des Planeten. Bei allem was es tagtäglich auf die Augen und auf die Ohren gibt, erscheint in meinem Kopf immer häufiger dieses „wtf“¹, welches entlang meiner Schädelinnenwand rotiert, wie ein Speedbiker in der Kölner Radrennbahn. Täglich tickt der Totenticker, der Bodycounter summiert. Auf dem ewigen Krisenherd Naher Osten kocht es mal wieder über, „westliche“ Regierungen machen sich Sorgen um die Stabilität und sichere Handelswege in dieser Region, während in den oberen Etagen der Rüstungsfirmen die Sektkorken knallen. Spardiktate würgen in Südeuropa die Wirtschaft, in Deutschland fällt der DAX schon bei 3% Verlust „abgrundtief“ und der mit Blindheit geschlagene Verfassungsschutz saugt mit seiner totalen Inkompetenz. Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, bei dieser Behörde sei man zu dumm um aus dem Bus zu gucken. Immerhin können sie Reißwölfe füttern. Beim Discounter werden Flachzangen-Sortimente zum Schleuderpreis feilgeboten, Freud sei Dank muss ich spontan an unser Bundeskabinett denken.

Beim Blick über’m großen Teich wird die Birne weich.  Der Friedensnobelpreisträger Barack Obama lässt Drohnen in das Land, wo er seine Wurzeln väterlicherseits hat, entsenden, um die Terroristen Somalias zu bekämpfen. Was die Kenianer dringend bräuchten wären bezahlbare Lebensmittel, viele können sich aufgrund der rasanten Preissteigerungen der letzten Jahre kaum noch Ugali² leisten. Stattdessen lässt man jenes Land, in dem weite Teile der Bevölkerung hoffnungslos verarmt sind, einen Stellvertreterkrieg für „westliche“ Interessen führen. Ein weiteres unrühmliches Kapitel aus der Reihe „Change, we can believe in“. Dann war da noch der Amokläufer, der in einem Kino nahe Denver während einer Batman-Filmpremiere auf die Kinobesucher ballerte. Er erschoß 12 Menschen und verletzte 58 weitere. Einem Waffennarr fiel dazu nichts geistreicheres ein als folgendes (sinngemäß): „Wie kann man bloß unbewaffnet ins Kino gehen? Hätten alle Kinobesucher Waffen getragen, wäre es nicht so weit gekommen…“
Da reicht ein Facepalm nicht mehr aus.

doppelter_Facepalm

Scotty, Bitte! Beam‘ mich wieder hoch, weg von diesem Planeten!

In Instituten beugen sich Wissenschaftler stirnrunzelnd über Diagramme und fragen sich, ob die Flatulenzen, die aus dem Sommerloch entweichen, Auswirkungen auf den Klimawandel haben.

Fußnoten:

¹ wtf ist die Abkürzung für „what the fuck“ nicht zu verwechseln mit der World Teakwondo Federation
² Ugali Maismehl, Grundnahrungsmittel in Kenia. Quillt beim Kochen auf, macht satt

5 thoughts on “Weltwahnsinn, verdichtet: „wtf ?!“

  1. um im Jargon zu bleiben: gestern während der Nachrichten war ich mir schon sicher „the world ’s gone nuts!“ Und jetzt bestätigst Du es schriftlich.
    Und ganz suspekt ist ja, dass es auch hier in meinem Supermercado gerade die Flachzangen im Doppelpack zum Sonderpreis gibt!!!!! Wtf is going on out there? 😉

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  2. …und was schlägst du vor….
    das beamen ist leider noch nicht erfunden worden.
    ….einschläfern lassen vielleicht?
    Daran habe ich gedacht nachdem ich den Artikel gelesen habe.

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  3. Das mit dem Waffentragenden im Kino habe ich auch gelesen und wollte eigentlich auch ein Facepalm machen. Aber irgendwie reicht das nicht aus.
    Aber ja, das ist sooo wahr, was du schreibst.

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  4. Hallo Alle beisammen! Also beamen geht nur auf einem Breitengrad, von nord nach süd wird das eh nix, wegen der Erdrotation und den verschiedenen Geschwindigkeiten, wie ich mich vor Kurzem belehren lassen mußte.
    Ich denke, wir haben die Wahl, mitmachen oder ausblenden. Wenn alle den Zirkus ausblenden, manche versuchen schon die kritische Masse zu ermitteln, dann hört er einfach auf, Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Der Übergang ist halt schwer. Dafür ist Thoureau und icke schon in den Knast jewandert. Wat denkste, warum die so’ne Angst haben, dat wir von den Ausländern mehr über Parallelgesellschaften lernen!
    Es gibt zwei Möglichkeiten, willst Du ein bürgerliches Leben, darfst du nicht schimpfen wenn du wieder verlierst, denn das betrifft ja die Mehrheit. Willste keins isses och nich jerade anjenehm. Aba du bist dein eigener Herr und mußst zusehen, wo du dein Ugali für heute Abend her bekommst. Übrigens ist diese Situation schon bei uns anjekomm. Wanderarbeiter findest du nicht selten auf den Rastplätzen übernachten… Ist der ruf erst ruiniert, lebt sichs janz ungeniert…😉 Viele Grüße com. Mike

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