Google-Kampagne: „Verteidige Dein Netz“ und mein offener Brief an die allwissende Datenmüllhalde

Google hat momentan eine weitreichende Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht am Laufen. Verteidige Dein Netz lautet die Kampfansage, wirkmächtig platziert auf der Startseite des Suchmaschinen-Giganten. Ja, liebe Datenkrake, ich finde es voll o.k., dass Du mich duzt, schließlich tue ich das auch, denn ich finde das Du dufte Du, außerdem haben Deine über mich gesammelten Daten genug Vertrautheit für Dich geschaffen, dass mir das Duzen Deinerseits durchaus angemessen erscheint😉

Dennoch oder gerade deswegen fällt es mir gerade schwer mich eindeutig auf Deine Seite zu schlagen. Ja ich bin gegen das Leistungsschutzrecht und voll dafür, dass Wissen und Information für Alle unabhängig vom Geldbeutel zur Verfügung steht, aber ich habe Probleme Deine Motive als ideologisch einzuordnen. Auch Dir geht es weniger um die Freiheit der Internetreisenden als um GELD. Für den schnöden Mammon stehst Du allzu gerne als Werbeluder zu Verfügung, was dem Suchenden oft wertvolle Zeit raubt, denn er muss sich damit beschäftigen aus dem ganzen Marketing-Scheiß sinnvolle Informationen zu extrahieren. Erschwerend hinzu kommt, dass durch das unsägliche SEO-Pagerankpimping Suchresultate abgewertet werden, weil Relevantes nach unten verschoben wird. Du hast einen großen Anteil daran, dass die Kommerzverseuchung des Internets zunimmt.

Grundsätzlich unterstütze ich ja Deine Initiative, zumal die Verlage auch von Dir profitieren. Journalisten und Autoren nutzen bei ihren Recherchen auch gerne kostenlos Deine Suchergebnisse. Außerdem könnten die Verlagshäuser dafür sorgen, dass Textausschnitte ihrer Online-Inhalte nicht mehr von Dir als Vorschau angezeigt werden, das Einfügen einer einfachen Codezeile (Robot.txt) genügt. Von daher erscheint das Ansinnen der Gegenseite ziemlich bigott.

So, liebe allwissende Datenmüllhalde und wie verbleiben wir jetzt? Ich tendiere zwar mehr zu Deiner Seite, aber letztendlich sehe ich mich als Kleinblogger mehr zwischen den Fronten monetärer Interessen zweier mächtiger Gegner, der dabei womöglich letztendlich das Nachsehen hat, wir werden sehen,… nimm‘ es mir bitte nicht krumm, dass ich Deine Monopolstellung nicht als selbstverständlich hinnehme und mittlerweile längst auch mit anderen Findemaschinen per Du bin, obwohl die viel weniger über mich wissen als Du:mrgreen:

Herzliche Grüße von einem Webvagunden

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