Die wahren Sozialschmarotzer (2)

Knapp eine Woche nachdem die „große Enthüllung“ über gigantische Geldtransfers stinkreicher Steuerbetrüger an den Finanzämtern vorbei in sogenannte Steueroasen publik wurde, eröffnete man die Jagdsaison auf die „Hartz4-Empfänger“. Da hat der „Herr Zufall“ gutes Timing bewiesen, nicht dass der Terminus „Sozialschmarotzer“ in der breiten Öffentlichkeit mit unseren „Leistungsträgern“ assoziiert wird, wo kämen wir denn da hin?


Mehr in Richtung Wahrheit?
Volker Pispers – Berufsgruppen, die diese Welt nicht braucht

6 thoughts on “Die wahren Sozialschmarotzer (2)

  1. Arbeit lohnt sich nur dann nicht, wenn der Lohn zu gering ist. Lohn kommt von lohnen, einleuchtend, oder nicht? Oft ist er so gering, dass er trotz Vollzeitjob nicht zum Leben reicht und mit „Hartz4“ aufgestockt werden muss. Soviel zu „Der Hartz4-Empfänger nimmt nur“ mal abgesehen davon, dass viele nach 20 und mehr Jahren Arbeit in „Hartz4“ abrutschen können. Differenzieren ist „BigBen“ wohl zu anstrengend, pauschalisieren ist ja einfacher.
    Bei gutem Gehalt, würde ich gerne hohe Steuersätze zahlen, ginge mir immer noch blendend dabei.

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  2. Bei gutem Gehalt würdest du hohe Steuersätze zahlen, aha. Diese Aussage zeigt mir dass du vermutlich über kein hohes Gehalt verfügst.
    Es gibt natürlich Topverdiener im Sport oder in anderen Bereichen wo man Millionen ohne große Gegenleistung nachgeworfen bekommt, da mag deine Aussage stimmen.
    Wenn du heute in diesem Land allerdings etwas mehr verdienest, wirst du ausgequetscht bis zu Leistungsgrenze. Für ein etwas höheres Einkommen wird dir ein Höchstmaß an Zeit und Kraft und Leistung genommen.Die Anforderungen sind brutal, du wist zum Sklaven gemacht. Wenn du dann deinen persönlichen Einsatz siehst und auf dein etwas höhere Einkommen auch noch hohe Steuern kommen fragst du dich warum du das machst. Blendend geht es dabei nur ganz wenigen das kann ich dir aus Erfahrung sagen.
    Auf ein normales Leistungslevel herunter gehen ist auch nicht drin, sonst werfen die dich ganz schnell raus. Du kommst dann auf den Gedanken ob es Sinn macht ein Leistungsträger zu sein, ob du nicht besser leben würdest wenn du einen einfachen Job hättest, mit weniger Gehalt oder ob es nicht angenehmer wäre von Harz 4 zu leben.
    Du fühlst dich nur noch ausgebeutet. Diese Situation verursacht bei den Leistungsträgern auch natürlicherweise eine gewisse Abneigung gegenüber den Leistungsempfängern, weil die ja aus deren Sicht diese Zwänge nicht haben.
    Gerade deshalb steigen die Burn Out Fälle derzeit rapide an.
    Kurz gesagt, wer sich traut steigt am besten aus. Leistungsträger sein lohnt sich wirklich nicht.
    Wenn man sich nicht von der Konsum- und Kreditwelt hat blenden lassen, man einen bescheidenen Lebensstil hat und über etwas Rücklagen verfügt, gehts auch ohne Harz 4.

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  3. Nunja, ich möchte über mein Gehalt nicht klagen. Ich würde sagen, ich befinde mich einkommensmäßig zwischen dem unteren Ende der Mitte und dem oberen Ende von unten. Ich komme zurecht, habe keine Schulden, kann mir das eine oder andere bescheidene Hobby leisten.
    Was Du meinst, ist vermutlich die sogenannte „kalte Progression“, sicher am Steuersystem ist noch so einiges suboptimal, aber diejenigen die Du hier als Leistungsträger bezeichnest, sind nicht die, die im offiziellen Politsprech als solche gelten. Das sind die reichsten 10%, die, so heißt es, mehr als 50% der Steuerlast tragen, die werden offiziell als „Leistungsträger“ bezeichnet. Um die geht es auch im obigen Text. Für die hat man Verständnis, wenn sie Steuern hinterziehen, weil sie vom Finanzamt ja so doll geschröpft werden. Das sie trotzdem im Überfluss leben, bleibt meist unerwähnt. Deren Leistung besteht in meinen Augen hauptsächlich darin, dass sie Leistungen anderer auf ihre Konten (oft am Fiskus vorbei) tragen. Die als Sozialschmarotzer zu bezeichnen ist Tabu, Arno Dübel und „Florida Rolf“ haben gefälligst als Sozialschmarotzer zu gelten.

    Im Übrigen definiere ich „Leistungsträger“ nicht ausschließlich über Erwerbstätigkeit, auch nicht über Steuerlast und Einkommen. Leistungsträger ist für mich jeder, der zum Funktioniern der Gesellschaft beiträgt. Das kann auch durch ehrenamtliche Tätigkeiten geschehen. Auch Hausfrauen und Hausmänner, die Kinder erziehen, den Haushalt managen, sind Leistungsträger. Das hat also nichts mit Einkommen zu tun. Genauso wenig hat soziales Ausnutzen was mit Status und Einkommen zu tun. Sozialschmarotzer gibt es in allen Gesellschaftsschichten.

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