„Nicht die soziale Marktwirtschaft, die ich (wir) meine(n)“ #bpt2013

Am Wochenende hat auch die FDP ihren Bundesparteitag in Nürnberg abgehalten. Bundesparteitage sind parteiübergreifend politische Selbstbeweihräucherungsparties. Dieses Jahr sind sie auch Anlass, die Wahlk(r)ampfstrategie für die kommende Bundestagswahl festzulegen, mit den Sorgen und Nöten der Bürgerinnen und Bürger im Lande haben sie kaum etwas zu tun.
Philip Rösler, seines Zeichens amtierender Wirtschaftsminister und FDP-Vorsitzender, hat das Beinchen gehoben und das politische Revier seiner Partei markiert. Ja, jener Philip Rösler, der postulierte, dass es Deutschland noch nie so gut ging, wie heute. Das geht natürlich leicht von den Lippen, wenn der Kopf über der Wolkendecke schwebt und man anstatt der alltäglichen grauen Tristesse des Alltags nur das Blaue sieht.

Auch zum Wahlkampfthema Mindestlohn hat sich „unser“ Wirtschaftsminister geäußert:

Der blitzgescheite Rösler scheint ein Schnellmerker zu sein oder hat da mal einer bei ihm oben angeklopft? Nein, 3€ Stundenlohn sind nicht sozial, jemanden für diesen Hungerlohn arbeiten zu lassen ist unsozial und erst recht keine Freiheit, sondern Knechtschaft!
Was bei diesem Satz auch auffällt, das „ICH“ steht vor dem „WIR“, ansonsten ziemlich wirr. Muss ein liberales Syndrom sein😉 Welchen Stundenlohn würde Herr Rösler einem Vollzeitjobber wohl zugestehen? Sind 4 € genug für die Menschen? Sagen Sie das mal den Betroffenen ins Gesicht, dann ist ruckzuck die neoliberale Leistungsträgerfresse dick! Eine Faust kraftvoll und herzlich in die richtige Richtung zu beschleunigen ist auch eine Leistung, könnte für jene, die sich die Deutungshoheit über Leistungsgerechtigkeit anmaßen, eine schmerzliche Erfahrung sein, inklusive Vollkontakt mit dem Boden der Realität.

Leistungträgerfresse

3 Euro Stundenlohn – das ist nicht die Freiheit, nicht die Soziale Marktwirtschaft, die ich meine, die wir meinen! (4€ sind genug für die Menschen)

Ach, übrigens Herr Rösler und Parteifreunde: Der Staat beabsichtigt nicht, die Löhne festzulegen, der längst überfällige flächendeckende Mindestlohn soll die LOHNUNTERGRENZE gesetzlich regeln. Merkt ihr den Unterschied oder muss nochmal angeklopft werden? Ich wünschte der Wähler gäbe im September die richtige Antwort…4 % als Maximalwert würde für die FDP völlig ausreichen.

6 thoughts on “„Nicht die soziale Marktwirtschaft, die ich (wir) meine(n)“ #bpt2013

  1. Aus der Schweiz: Dieter Spiess, Präsident des Schweizer Schuhhandel-Verbandes: “13,88 € Stundenlohn für Fachverkäuferinnen? Skandal! Und er wundert sich, dass es Frauen gibt, die für diesen Lohn überhaupt arbeiten.” Quelle SRF

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  2. Da müßten ja auch die von Mitgliedern dieser Parteisatire geführten Unternehmen ab sofort auf 1-€-Jobber und „Praktikanten“ von Jobcentern u.ä. verzichten. Ab sofort. Oder entsprechende Vergütungen zahlen!

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