6 Jahre TOMS WOCHENSCHAU

6_Jahre_Toms_Wochenschau

Mit dem heutigen Tag ist dieses Blog exakt 6 Jahre online.  Seit Wochen verfolge ich die stündlichen Nachrichten nicht mehr, weder im Radio noch im TV. Mir fehlt nichts. Im Grunde passiert doch immer das Gleiche. Fünf Minuten vor der Tagesschau berichten Börsenkenner_innen live vom Tanz ums goldene Kalb. Zur vollen Stunde erfahren wir, dass wieder irgendwo Bürger- und Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Politiker tun überrascht und heucheln Betroffenheit. Anderorts ein tragisches Ereignis mit Todesopfern. Im gleichen Atemzug die Info wie viele Deutsche unter den Toten sind. Auf irgendeinem Krisenherd tobt noch immer oder schon wieder Krieg. Korrospondenten vor Ort und Experten hier schätzen die Lage ein. Die „Pleitestaaten“ der Eurozone werden weiter privatisiert und verarmt. Arm und Reich entfernen sich zunehmend, global und regional. Tagtäglich wird der Nachrichtenkonsument dahingehend konditioniert, dass Wachstum das wichtigste auf der Welt ist und „das System“ nicht hinterfragt werden soll. Danach Brot und Spiele. (aktuelle Sportereignisse), schließlich das Wetter und zweimal die Woche Lottozahlen…

Was das alles mit „6 Jahre Toms Wochenschau“ zu tun hat? Ich denke über eine inhaltliche Veränderung nach.

Weniger Kommentieren zu gegenwartsnahen Geschehnissen, stattdessen mehr schriftliche Gedanken zu grundsätzlichen gesellschaftspolitischen Entwicklungen, mehr Alltägliches, mehr Kurzgeschichten, vielleicht auch mehr Banales. Relevanz liegt ja auch immer im Auge des Betrachters. Den Wahlk(r)ampf zur im September anstehenden Bundestagswahl, begleitet von den verlogenen Phrasen der Politiker, werde ich aber noch kritisch und satirisch eskortieren.
Rückblickend stelle ich fest, dass ich meine eigene im Subtitel festgelegte Vorgabe „Einmal wöchentlich, mindestens!“ oftmals nicht erfüllen konnte. Dabei könnte ich mehrmals täglich…äh…Blogeinträge verfassen. Tendenziell sind die Blogposts im zurückliegenden Bloggerjahr erneut spärlicher geworden, aber ich kann Euch versprechen, dass dieses Weblog nicht das Schicksal vieler andere teilt und einschläft, zumal ich mit TOMS WOCHENSCHAU TV etwas Neues am Start habe. Läuft schleppend an, ist aber noch in der Experimentierphase.
Dieses virtuelle bizarre Gebilde namens „Blogosphäre“ fasziniert mich nach wie vor, obwohl andere Publikationformen wie Twitter, Facebook, Tumblr und so weiter, den „alten Blogs“ längst den Rang abgelaufen haben. Doch Twitter, Facebook und Co wirken auf mich wie schnelllebige, oft oberflächliche Fließbandkommunikation, die häufig am mir vorbei rauscht. Blogs sind dagegen der ruhende Pol, ein „Ort“ wo man auch alte Beiträge wiederfindet.
TOMS WOCHENSCHAU sehe ich innerhalb der Blogosphäre als irrelevante Randpublikation. Andere Blogs sind Mainstream, manche Fels in der Brandung, dieses Blögchen hier dagegen ein Kieselsteinchen in einem abgelegen Flussbett. Doch damit kann ich sehr gut leben🙂 Ich wollte nie in die Deutschen Blogcharts.

So. Heute abend zur Feier des Tages gibt’s ein Bierchen auf dem Balkon. Dann schaue ich melancholisch in die grünen Baumwipfel und fühle die Sonne sie so warm, bis sie hinter’m Horizont verschwindet. Ja, Mann!

13 thoughts on “6 Jahre TOMS WOCHENSCHAU

  1. Für die thematische Umstellung – die ich im Übrigen sehr begrüßen werde – alles Gute! (Nur dauert es dann länger, ehe sich ein Kommentar formulierte und rundete und hier erscheinen kann.)

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  2. Ich schließe mich dem Vorredner an, ich freue mich auf etwas mehr Zeitlosigkeit. Wenn dein Blog ein Kieselchen in Sachen Besucherzahl ist, so ist es doch ein Felsen in Sachen Inhalt. In diesem Sinne auf eine schöne Weiterführung- und Entwicklung deines Blogs.

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  3. Nachträglichen Glückwunsch zu sechs Jahren WOCHENSCHAU!
    Deine angekündigten Veränderungen kann ich mir gut vorstellen. Da die grundsätzlichen Themen immer wiederkehren, lässt sich durch eine andere Herangehensweise (Kurzgeschichten, Collagen, Alltagsgeschichten die grundsätzliches spiegeln – transportieren usw. usf.) ja vielleicht eine ganz andere (bleibendere) Relevanz erzeugen, als das mit Reaktionen auf tagesaktuelles möglich ist.
    So, why not!? Mich würde es jedenfalls freuen!
    Nur den Unterschied den Du zwischen Publikationsformen wie fb, twitter usw und Blogs auf der anderen Seite machst sehe ich ich nur bedingt (klar sind Blogeinträge beständiger). Aber mal ehrlich, geht`s Dir gedanklich nicht manchmal ähnlich: http://soloezist.wordpress.com/2011/09/21/wovon-schreiben/ ? .°)

    Liebe Grüße
    s.

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    • Danke Dir, lieber Solo🙂
      Ja, diese ständig wiederkehrenden Themen sind letztendlich Symptome mehr oder weniger schleichender Entwicklungen. Viel interessanter sind die Ursachen.
      Stimmt schon, was Du einwirfst. Blogeinträge, die gemäß umgekehrt chronologischer Reihenfolge von Seite 1 verschwinden, verlieren schlagartig an Relevanz, wie Du richtig schreibst „Falls sie sie je hatten“. Alles hängt am Puls der Zeit, Gedankenräume werden von Newsstreams und massenhaft Twitterlinks geradezu überflutet, was soll da noch hängenbleiben?
      Von mittlerweile 915 Blogposts werden nur eine handvoll auch nach Jahren noch regelmäßig angeklickt, Beiträge, die sich mit grundsätzlichen Problematiken beschäftigen. Einträge, die mancher gerne mittels Abmahnanwalt verschwinden lassen würde😉

      Liebe Grüße retour
      tom

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  4. Hey, alles Gute nachträglich! Aus Gründen, die mir nicht bekannt sind, war ich im Sommer irgendwie nicht bloggig gestimmt, aber jetzt geht’s wieder😉 Entschuldige die Verspätung…
    Egal was du machst, mach weiter😀
    Liebe Grüße,
    silverblick

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