„Hartz4-Empfänger“, ganz unten, am Arsch.

Ausbeutung_2.0

Arbeitsagentur will Hartz-IV-Empfänger im Internet überwachen und fordert eine entsprechende Gesetzesänderung.“ Um ja keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, welcher Platz dem „Hartz4-Empfänger“ in dieser Gesellschaft zugewiesen gehört. Ganz unten. Am Arsch. Offenbar sind die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen mit Jobvermittlung, Kontrolle und Sanktionierung nicht ausgelastet, sodass noch genug Zeit bleibt, den „Leistungsempfängern“ nach SGB III auch noch im Internet nachzustellen.

Wobei ich mich frage, wie das funktionieren soll. Woher will der Verfolgungsbetreuer der Arge wissen, ob eBay-Verkäufer „Hanniball764“ einer seiner „Patienten“  ist? Jeder Hartz4-Bezieher ist ohnehin verpflichtet, seine Einkünfte zu offenbaren, indem er alle 3 Monate seine Kontoauszüge vorlegen muss und zwar lückenlos, sonst drohen Sanktionen. Zusatzeinnahmen durch eBay-Verkäufe würden da sofort auffallen. Vielleicht geht es auch nur um mehr Kontrolle und Überwachung. Wie weit soll das noch gehen?

Die Agenturen für Arbeit wirken auf mich nicht nur wie eiskalte Bürokratiemonster, sondern auch wie Stalking-Institutionen. Das fühlt sich an wie Klassenkampf von oben. Dazu passt auch diese Meldung:
Hartz IV in der Familie: Jobcenter setzt Schüler unter Druck“ Damit klar ist, welchen Platz auch die Kinder von Hartz4-Empfängern in dieser Gesellschaft einzunehmen haben: Den ganz unten. Am Arsch….

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13 Kommentare zu “„Hartz4-Empfänger“, ganz unten, am Arsch.

  1. Die Hauptaufgaben der Arbeitsagenturen ist ja nicht Menschen in ‚Lohn und Brot‘ zu bekommen, sondern eine vorzeigbare (Arbeitslosen)-Statistik zu erzeugen… und da die Statistik nicht (noch) weiter geschönt werden kann, müssen eben Erfolgsmeldungen über ‚Entlarvte Sozialschmarotzer‘ generiert werden – koste es was es wolle. Was stört einen da das Recht auf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“?

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  2. Hui, ein Wintermärchen: „Jeder Hartz4-Bezieher ist ohnehin verpflichtet, seine Einkünfte zu offenbaren, indem er alle 3 Monate seine Kontoauszüge vorlegen muss und zwar lückenlos, sonst drohen Sanktionen.“ = Quatsch.
    Richtig ist, über die Finanzbehörde oder andere Unterwelttricks, die bei Typen wie Uli H. nie fruchten (sollen), kommen die ran. Vorzulegen ist da nichts. Weiß ich aus heißer Quelle.

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    • Oh doch!

      Ich berichte hier aus 1.Hand. Ich musste nämlich spätestens alle 3 Monate bei der Arge mit meinen Kontoauszügen antanzen, sonst drohten Sanktionen, respektive der Entzug von „Leistungen“. Diese Quelle ist verdammt heiß und zwar so was von, weil die bin nämlich ich 😉 Mag ja sein, dass die auch von hinten durch die kalte Küche an meine Kontobewegungen kommen, dann ist das mutmaßlich reine Schikane der Verfolgungsbetreuer. Glücklicherweise bin ich jetzt ‚raus aus dem Hartz4-Sumpf…

      Und Uli Hoeneß ist ja auch kein Hartz4-Empfänger 😉

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      • Die Vorlage der Auszüge kann nicht verlangt werden, wenn die Aufforderung ohne konkreten Antrag oder Anlass erfolgt oder wenn der Sachverhalt durch andere ebenso geeignete Mittel aufgeklärt werden könnte und dies einen geringeren Aufwand erfordert (Prinzip der Datenvermeidung und Datensparsamkeit – § 78b SGB X).

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        • Wenn Du recht hast, würde das bedeuten, dass sich die Arge-Mitarbeiter willkürlich über geltendes Recht hinwegsetzen. Das wäre ja nichts Neues. Wenn Du mal „Hartz4 Kontoauszüge“ bei der Suchmaschine Deines Vertrauens eingibst, wirst Du feststellen, dass das Verlangen der Kontoauszüge gängige Praxis bei den Jobagenturen ist. Sie berufen sich dabei auf die sogenannte Mitwirkungspflicht. Ich musste es am eigenen Leib erfahren. Dazu habe ich folgendes gefunden:

          Mit Urteil B 14 AS 45/07 R vom 19.09.2008 hat das Bundessozialgericht unter Vorsitz von Peter Udsching erklärt, dass die Forderung der Vorlage von Kontoauszügen der letzten 3 Monate sowohl bei Erst- als auch bei Wiederholungsanträgen zulässig ist. […]
          Quelle

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        • Nun, das habe sich solche Freaks der Kaliber HartzPeterle und SuperWolleC. ausgedacht, bringt im Alltag aber nur bei Volldepperlis was. Denn die Ausgabenseite darf inhaltlich geschwärzt werden. Und wer NIE was abhebt oder gar Zufluss präsentiert, hat eh was taktisch falsch gemacht. Waschmaschine schleppen für’n 10er lässt man sich besser nicht überweisen.
          Aber die haben ja auch schon dt. Amts“Arbeit“skraft darauf verschwendet, um nachzuweisen, dass bei H4 Bezug jemand immer schön bei Muttern spachteln war= geldwerte Zuwendung. Peng: Kürzung der laufenden Bezüge.
          Merke, Merkel: Wo es kein H4 gibt da haut auch der AL*I ab, siehe Griechenland.

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  3. also det mit dem ausspionieren jeht janz einfach, wir senden alle unsere Rechneradresse mit und mit ein paar nicht janz legalen Tricks baldovert man raus, wo welcher rumsteht und schon biste dran. wie war das noch mal, wer sich aus dem Bett begibt, bringt sich in Jefahr 😉 Viele Grüße com. Mike

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  4. Wenn man sich in einer Notlage befindet und Hartz 4 beantragt und auch bekommt muss man eben auch nachweisen dass man wirklich bedürftig ist. Oder wollt ihr etwa dass jemand mit dickem Konto diese Sozialleistung bezieht, die andere mühsam mit ihren Steuern erarbeiten (dies gilt zumindest für den größten Teil, der arbeitenden Bevölkerung, gewisse Kreise die wir alle kennen beteiligen sich ohnehin nicht). Hartz 4 ist für diejenigen die wirklich nichts mehr auf dem Konto haben und die können dann auch mal ihre Kontoauszüge vorzeigen. Tipps wie man Geld für Schwarzarbeit verschleiert finde ich hier fehl am Platz, auch wenn es nur 10 Euro sind. Ungerecht kann man das natürlich auch wieder bezeichnen, wenn sich herausstellt (wie kürzlich dokumentiert), dass einige unserer Hartz 4 beziehenden ausländischen Mitbürger erhebliches Immobilienvermögen in ihrer Heimat verschweigen. Ein ganz anderes Thema ist, dass leider Menschen die lange gearbeitet haben einfach viel zu schnell in Hartz 4 abrutschen. Hier ist die Regierung Schröder damals über das Ziel hinausgeschossen.

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    • Nun, für den Bezug von Sozialleistungen die Vermögensverhältnisse offenzulegen ist auch meiner Meinung nach legitim. Schließlich muss die ‚Bedürftigkeit‘ festgestellt werden. Sicherlich ist hier Richtig und Wichtig das gesamte (Familien)-Vermögen mit einzubeziehen. Natürlich müssen hier auch Kontrollen stattfinden um unberechtigte Leistungsbezieher herauszufiltern.
      Durch angedachte Aktionen wie oben beschrieben wird allerdings ein ‚Generalverdacht‘ propagiert, der weder den Mitarbeitern der Arbeitsagentur noch uns Leistungszahlern zusteht.
      Bevor also Personalressourcen für „Schnüffeljobs“ im Internet „verballert“ werden, sollte doch besser eine ‚Vor-Ort-Begutachtung‘ der tatsächlichen Lebensverhältnisse der Leistungsbezieher stattfinden (wobei der ‚gesunde‘ Menschenverstand ein wichtiges Kriterium sein sollte).
      Gut, auch hierfür müsste Personal zur Verfügung gestellt werden – was dann wieder die öffentliche Hand belasten würde – aber das steht auf einem anderen Blatt. Denn wer auf solch Schwachsinnige Ideen wie Internetrecherche kommt, der hat auch genug Zeit sich um wichtige Dinge zu kümmern.

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