„Phubbing“ oder: Warum die Smartphone-Manie den Menschen um drei Evolutionsschritte zurückwirft

Smartphone-Nutzer haben keine Kontaktprobleme. Wenn sie sich in ihrer typisch gebeugten Gangart durch den öffentlichen Raum bewegen, dabei auf ihr Display starren, bekommen sie regelmäßig Vollkontakt mit Schilder- Laternen- und Ampelmasten. Derartige Kollisionen mit der Realität sind nur ein kurzer schmerzhafter Wachmacher, bald darauf nehmen sie wieder ihre geduckte weltabgewandte Körperhaltung ein, tauchen erneut ab in ihre virtuelle Koma-Welt und ignorieren die Menschen in ihrer räumlichen Umgebung. Der Gebrauch des modernen High-End-Mobiltelefons hat bei vielen längst ein Ausmaß weit jenseits dessen, was ich noch halbwegs als sinnvoll erachte. Das betrifft vor allem die jüngere Generation.

Jahrtausende hat der Mensch für den aufrechten Gang gebraucht. Die Smartphones schaffen es, diese Entwicklung innerhalb weniger Jahre umzukehren und den Menschen um drei Evolutionsschritte zurückzuwerfen, wie dieses Bild verdeutlicht:Menschliche Evolution - Rückentwicklung durch das Smartphone

Hinzu kommt das regressive Sozialverhalten, durch „Phubbing“. Der Begriff „Phubbing“ ergibt sich aus der Mixtur der Wörter „Phone“ und „Snubbing“ was so viel heißt wie „Jemanden vor den Kopf stoßen“. Genau das tun Phonejunkies, die sich andauernd mit ihren Handys beschäftigen, anstatt sich mit den Menschen in ihrer Gesellschaft zu unterhalten. Letztens die jungen Leute im Cafe: Kaum saßen sie zwei Minuten und schon hatte jeder sein Wischofon in der Hand. Das wäre für mich der Zeitpunkt gewesen, die Runde zu verlassen. Menschliches Miteinander stelle ich mir anders vor, da braucht es nicht diese Kommunikationsprothesen.
Attraktive Frauen lassen sich auch immer seltener anlächeln, weil sie kaum noch von ihren Smartphones aufsehen.
Unbestritten sind die hochmodernen Taschen-Computer nützliche Begleiter, ich selbst besitze einen, jedoch bin ich der Meinung dass der exzessive Gebrauch, der den Namen eines Syndroms verdient, das Mobilgerät zu einem Vollidioten-Phone macht und das Fortschreiten der digitalen Demenz begünstigt.

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8 Kommentare zu “„Phubbing“ oder: Warum die Smartphone-Manie den Menschen um drei Evolutionsschritte zurückwirft

  1. Ich finde das Verhalten der Smartphone-Zombies total angenehm.
    Ich brauche nicht mehr mit einem freundlichen Lächeln durch die Stadt zu gehen … sieht ja eh keiner.
    Ich brauche nicht mehr nach bekannten Gesichtern in der Menge zu suchen und diese gar in ein nettes Gespräch verwickeln …. ich poste einfach ein nettes ‚wie geht’s?‘.
    Da sich die Smartphone-Zombies ja auch langsamer bewegen, ist es in der Fußgängerzone auch viel einfacher geworden den Leuten auszuweichen … und auf Inlinern geben sie eine tolle Slalomstrecke ab.
    Außerdem kann man jetzt viel einfacher von eigenen Unzulänglichkeiten ablenken … man verweist einfach auf ein ‚total lustiges‘ Video und schon ist man aus dem Focus der Aufmerksamkeit verschwunden.

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