Ruanda

Heute vor 20 Jahren begann der Völkermord in Ruanda, bei dem bis Mitte Juli 1994 etwa 800.000 bis 1Million Menschen abgeschlachtet wurden. Ruanda sollte ein Mahnmal für die Weltgemeinschaft und ihre verlogene internationale Moral sein. Vor 20 Jahren haben sie alle weggeschaut. Wenn die führenden Politiker dieser Welt heute betonen, wie wichtig Ihnen die Verteidigung der Menschenrechte ist, halte ich das für Heuchelei. Menschenrechte interessieren nur, wenn sie zufällig auf der Strecke zu geostragetischen Interessen, Rohstoffen und sicheren Handelswegen liegen. Ruanda hatte offenbar all dieses nicht zu bieten…

Wyclef Jean – Million Voices

Presse:

„Beide Seiten, Hutus und Tutsis, haben Verbrechen begangen“, so Rusesabagina, der sich das Urteil erlaubt, weil seine Mutter eine Tutsi und sein Vater ein Hutu war: „Diese Wahrheit muss auf den Tisch – sonst gibt es keinen dauerhaften Frieden.“

Blogosphäre:

5 thoughts on “Ruanda

  1. Menschenrechte sind wichtig, aber die Wirtschaft noch mehr. Die geht immer vor.
    Das haben wir auch wieder mit der Krim gesehen. Deutschland hat sich schliesslich aktiv enthalten und alles aufs schärfste verurteilt.
    Trotzdem waren Wirtschaftvertreter in Russland.

    Wir hatten das Thema Ruanda in einem Seminar und versuchten zu ergründen warum Menschen dazu fähig sind.

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    • Viele sagen, das wäre im Zeitalter der modernen Informationstechnik nicht mehr möglich. Ich befürchte doch, weil die meisten der ideologisch vorgekauten Berichterstattung der Mainstream-Medien glauben schenken. Alles was nicht der offiziellen Lesart entspricht wird in die Welt der Verschwörungstheorien verdammt (was nicht heißen soll, dass keine Verschwörungsspinner gibt).
      Die Krim ist ist übrigens ein gutes Beispiel für eine Berichterstattung durch „westliche“ Objektive, darum finde ich es auch schwer, sich darüber eine halbwegs unvoreingenommene Meinung zu bilden. Ich denke, dass auch in der Ukraine/Krim global-politische und wirtschaftliche Interessen des „Westens“ eine schwergewichtige Rolle spielen, nur das sagen uns die meinungsführenden Medien nicht (so gerne). Da geht es dann plötzlich um Menschenrechte, für die sich vorher kaum jemand interessiert hat….

      Was ist denn bei Eurem Seminar herausgekommen?

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      • Das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn es spielen so viele Faktoren mit hinein.
        Zum einen hat man die Gruppendynamik, das heisst wenn ich nicht töte tötet jemand anderes.
        Dann Angst man könnte selber getötet werden, wenn man nicht mitmacht.
        Zugehörigkeitsgefühl vielleicht am kuriosesten und schwer verständlichsten. Freunde machen mit also machst du auch mit.
        Bei diesem genozid wurden sehr viele Kinder eingesetzt, da sie am leichtesten zu beeinflussen sind.

        So konnte aber auch keiner erklären warum niemand eingegriffen hat.

        Jetzt wollen die Ruanda vergessen und Tätern und Opfern leben Tür an Tür.

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  2. Mehrheit schlachtet Volksgruppe der Minderheit ab…..oder umgekehrt. In Ruanda ein besonders abschreckendes und mit bis zu 1 Million Opfer besonders blutiges Ereigniss. Ähnliche Ereignisse gibt es und gab es immer wieder, besonders tragisch auch hier in diesem Land.
    Das zeigt eindeutig dass die Vermischung von Volksgruppen immer wieder zu Problemen führt, offensichtlich zwangsläufig.
    Damit kann man sich schon mal ausmalen wohin unsere derzeit propagierte bunte Republik langfristig oder mittelfristig hinführt.
    Wer die Opfer sein werden ist noch nicht ausgemacht

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    • Als Ursache für blutige Konflikte sehe ich das Divide-et-impera-Prinzip und nicht die Vermischung von Volksgruppen. Selbst unter einer Volksgruppe, lassen sich bestimmten Gruppierungen pauschal und kollektiv bestimmte Merkmale zuschreiben, um diese zu isolieren. Durch Stimmungsmache werden diese dann der Wut der anderen Bevölkerungsteile ausgesetzt, funktioniert auch bei uns im Zeitalter der Informationsgesellschaft noch ganz gut.

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