Der Kapitalismus hat uns alle am Arsch

Über Fire-TV schaut er sich eine kapitalismuskritische Doku an, liest anschließend auf seinem eBook-Reader wie Amazon seine Mitarbeiter ausbeutet und legt empört den Kindle beiseite. Ein Fan von Borussia Dortmund schimpft auf Red Bull Leipzig, wegen der Kommerzialisierung des Fußballs, trägt ein Evonik-Trikot und geht zu den Heimspielen seiner BVB-AG  in den Signal-Iduna-Park.

Ein Kapitalismuskritiker trägt ein T-Shirt – vermutlich zu Hungerlohnkonditionen von einer Näherin in Bangladesch zusammengenäht – mit dem Konterfei von Che Guevara auf der Brust. Während ein Konsument in Europa zärtlich sein neues Smartphone streichelt, denkt ein paar tausend Kilometer weiter östlich ein Akkordarbeiter in einer asiatischen Ausbeutungsstätte darüber nach, ob er wegen dem höllischen Leistungsdruck und der miesen Arbeitsbedingungen auch vom Dach springen soll. Wegen des Schwundes des suizidgefährdeten Humankapitals kündigt Foxconn Stellenabbau und den Einsatz von Arbeitsrobotern an. Und während ich diese Zeilen in meinen Laptop aus Fernost hacke, der höchstwahrscheinlich auch zu Sklavenlohnbedingungen zusammengeschustert wurde, denke ich so: „Kapitalismus, Du zynisches Dreckstück, Du hast uns alle am Arsch!“ Und unseren letzten Rest Gewissen kriegen wir auch noch totkonsumiert…

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