„Leute, die Werbeblocker einsetzen, finde ich asozial“

klirrte es im Glashaus, wo Jan Gleitsmann saß. In diesem Blogbeitrag lasse ich ein paar meiner ungeschminkten persönlichen Gedanken zu seinem Artikel bei Mobilegeeks und zum Thema Hirnfickbranche (vulgo: Werbeindustrie) freien Lauf. Ein Rant? Ein Kommentar? Eine Glosse?

Personen, die Werbeblocker einsetzen, schaden der Gesellschaft

Posaunt Jan Gleitsmann ohne diese Aussage belegen zu können. In meinen Augen verhalten sich eher jene gesellschaftschädigend und unsozial, die sich von der Hirnfickbranche (vulgo: Werbeindustrie) finanziell abhängig machen. Für Internetsurfer, die schlichtweg keinen Bock mehr auf ein kommerzverseuchtes Netz haben, dementsprechend Werbeblocker einsetzen, habe ich vollstes Verständnis.
Die Werbeindustrie gehört neben Elite-Bänkern und Steuerberatern mit zu den größten Sozialschmarotzern und Geldvernichtern der Gesellschaft, wie diese britische Studie nahelegt. Die Werbeschaffenden schaffen nichts, bauen nichts auf, manipulieren das Unterbewusstsein der Menschen, sorgen durch ihre oft aufdringlichen, teils aggressiven Kampagnen, für falsche Assoziationen im Zusammenhang mit den beworbenen Produkten in den Köpfen ihrer „Zielgruppen“, wecken unnatürliche Bedürfnisse, erzeugen dadurch sinnlosen Überkonsum. „Gesellschaftsschädigend“ sind nicht die Nutzer von Werbeblockern, wie Jan Gleitsmann behauptet, sondern die Werbeindustrie und ihre  Lakaien. Doch damit nicht genug. Mit weinerlicher Attitüde beklagt Jan:

„Personen, die Werbeblocker einsetzen beklauen mich“

und

„Werbeblocker-User sind nutzlose Tagediebe, die mir und meinen Kindern die Wurst vom Brot stehlen“

Eine Träne in die Tasse als Ausdruck mitfühlender Anteilnahme für den beraubten Auto-Blogger… Sorry, aber das ist ähnlich armseliger Bullshit, wie die „Raubkopierer-sind-Verbrecher“-Kampagne, ein erbärmlicher Versuch die Nutzer von Werbeblockern zu kriminalisieren.  Was genau hält den besorgten Familienvater davon ab sich einen anständigen Job zu suchen?

Ein Orientierungspunkt zum Einnorden des moralischen Kompasses: Fragt Euch selbst, wer die integeren Mitglieder unserer Gesellschaft sind, Menschen, die  Tag für Tag einer redlichen Arbeit nachgehen, etwas produzieren, eine nützliche Dienstleistung erbringen, in sozialen Bereichen tätig sind oder jene die zu den abschöpfenden Berufsgruppen gehören und permanent versuchen, denen die einen anständigen ehrlichen Job nachgehen das sauer verdiente Geld aus den Taschen zu ziehen? Es ist allerdings schwierig hier einen einwandfreien moralischen Standpunkt zu beziehen, denn auch Adblocker sind Teil der widerlichen Werbeindustrie, u.a. hier nachzulesen.

Übrigens geht es die Werbetreibenden einen feuchten Kehricht an, welche Addons ich auf meinen Browsern benutze und welche Webseiten ich zuvor besucht habe.  Mein Rechner ist meine Privatsphäre und ich gehöre zu keiner Zielgruppe. Verpisst Euch.

Im letzten Absatz beklagt Jan Gleitsmann, den „Selbstverwirklichungswahn“ und die „Kostenlosmentalität“ und dass die deutsche Gesellschaft zu fett und zu satt sei. Bei „fett“ stimme ich zu, bei „zu satt“ halte ich entgegen, dass der Konsumwahn immer noch ungebremst ist. An der zunehmenden Verrottung der Gesellschaft hat die Werbeindustrie, an die sich viele klick- und abonnementengeile Blogger und YouTuber verkauft haben, durchaus ihren Anteil.  Was die Pressefreiheit anbelangt, so ist diese gewiss nicht durch Werbeblocker gefährdet, sie wird durch jenen „Journalismus“ beerdigt, der sich nur noch als Vehikel von Werbecontent versteht.

Die Hirnfickbranchen-Abhängigen können lamentieren und jammern wie sie wollen. Mein Werbeblocker bleibt an. Punkt.
Nichts für ungut, aber das wollte ich vor dem größten Konsumfest des Jahres (vulgo: Weihnachten) noch loswerden.

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