Gedanken zum Grundeinkommen

Es triggert ungemein, wenn Menschen scheinbar ohne Gegenleistung Geld vom Staat bekommen sollen. Spreche ich mich für das Grundeinkommen aus, bekomme ich oft mit empörtem Tonfall zu hören: „Ich gehe doch nicht arbeiten und zahle Steuern, dafür das andere faul zu Hause bleiben können!“ Andere Stereotype: „Wir sind eine Leistungsgesellschaft zur der jeder durch Arbeitsleistung etwas beizutragen hat!“ Stimmt es im Umkehrschluss, dass jeder der eine berufliche Tätigkeit ausübt, etwas zur Gesellschaft beiträgt?  Mir fallen spontan die abschöpfenden Berufsgruppen ein, wo aus den gesellschaftlichen Ressourcen Infrastruktur und Arbeitskraft kräftig abgesaugt wird. Blieben diese Abstauber mit Grundsicherung untätig zu Hause, ginge es der Gesellschaft insgesamt vermutlich besser.

Wir leben im 21. Jahrhundert in einer modernen Industriegesellschaft, die noch dazu eine der reichsten weltweit ist. In diesen Zeiten erscheint mir jene Moral, wonach sich Mensch seine Existenzberechtigung erst durch Erwerbsarbeit verdienen muss, seltsam, gar befremdlich. Wir haben Arbeit ausgelagert, wegrationalisiert und automatisiert. Damit unsere Gesellschaft funktioniert ist es nicht erforderlich, dass jeder im erwerbsfähigen Alter einer Erwerbstätigkeit nachgeht.

In absehbarer Zeit fahren Autos automatisch, Roboter wischen Flure und Drohnen liefern Pakete aus…Nur ein paar Beispiele dessen, was technologisch auf uns zukommt. Der Mensch könnte sich, dank des technischen Fortschrittes von vielen monotonen seelenraubenden Arbeiten befreien. Getragen von einem existenzsichernden Basiseinkommen wären wir freier. Es wäre einfacher im Laufe des Berufslebens mehrere Ausbildungen zu machen, mehrere Berufe auszuüben oder sich einfach mal eine Auszeit zu nehmen. Unsere Chancen wären größer einer Arbeit nachgehen zu können, in der wir uns ein Stück weit selbst wiederfinden,  die einen Teil unserer Persönlichkeit abbildet, die wir gerne machen. Gegenwärtig ist es leider so, dass wir zu mies bezahlten Jobs gezwungen werden können, die es oftmals kaum ermöglichen den Lebensunterhalt zu bestreiten, die einen von sich selbst entfremden und auf Dauer mental kaputtmachen. Millionenfach prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Zeitarbeiter, Leiharbeiter, Tagelöhner, 1Euro-Jobber, Menschen ohne Perspektive, das kann nicht die Arbeitswelt in  einer modernen humanen Gesellschaft sein. Es wird Zeit die Weichen in Richtung bessere Zukunft zu stellen, anstatt uns weiter dem Joch des bedingungslosen Wachstums zu unterwerfen und auf dem Gleis Richtung sozialer Regression zu fahren…

Es gäbe noch so viele Aspekte zum Thema Grundeinkommen zu beleuchten, dazu später mehr auf dieser Wellenlänge, mit dem Lied „Das falsche Pferd (Was, wenn doch?)“ von Bodo Wartke, das ich frei als wunderschönes Plädoyer für das Grundeinkommen interpretiere, möchte ich diesen Beitrag abschließen.

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