„Deutschland geht es gut“

„Deutschland geht es gut“ wird aus gut unterrichteten führenden politischen Kreisen in den letzten Jahren regelmäßig verlautbart. Diese Aussage ist grundsätzlich korrekt, aber keine neue Erkenntnis, denn dieser Status Quo hat seit mindestens über 40 Jahren Bestand. In Relation zum Rest der Welt geht es uns in Deutschland wirklich gut, wir gehören weltweit zu den reichsten 20%. Das viel zitierte „Jammern auf hohem Niveau“ hierzulande lässt sich also nicht völlig von der Hand weisen. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum Politiker in jüngster Zeit ständig kolportieren, dass es uns so blendend geht. (Vielleicht ist „blenden“ das Stichwort?) Selbstbeweihräucherung ist jedenfalls gänzlich unangebracht, denn mit der Arbeit derer, die uns in den letzten Jahrzehnten regiert haben, hat es m.E. wenig bis gar nichts zu tun.
Ist es nur politisches Geschwafel oder steckt dahinter taktisches Kalkül?

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„Dieser Artikel könnte Ihnen gefallen“: Amazon und Ausbeutung

Ausbeutung2.0Die lausigen Arbeitsbedingungen bei Internet-Versandgroßhändlern sind hinreichend bekannt, keine Neuigkeit. Fast jeder weiß, dass dort überwiegend Leiharbeiter unter immensen Leistungsdruck für einen Hungerlohn, der kaum zum Leben reicht, ausgebeutet werden. Trotzdem ließ die kürzlich ausgestrahlte ARD-Doku „Ausgeliefert – Leiharbeit bei Amazon“ die Wellen der Empörung so hoch schlagen, dass sie schließlich in diversen sozialen Netzwerken in heftige Shitstorms mündeten. Viele Nutzer riefen dazu auf, Amazon zu boycottieren. Aufgebrachte Twitterer hackten Wut-Tweets in ihre Kindle-Tablets. Sogar in China wurde kritisch über diese Missstände auf dem deutschen Arbeitsmarkt berichtet. In China!  Vielleicht war die H.E.S.S-Security, die die Leiharbeiter in ihren bescheidenen Unterkünften kontrollierte und schikanierte, deren Personal verdächtig ist der rechtsextremen Szene zugehörig zu sein, der überspringende Funke, der den Sturm der Entrüstung entfachte.

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Jobzigeuner

Ausbeutung2.0Sieht so die Zukunft von Arbeit aus? Als Jobzigeuner von einem Unternehmen zum nächsten zu tingeln? Ohne Festanstellung mit unsicherer Zukunftperspektive? Leih- und Zeitarbeiter oder Mietjobber sind nichts mehr als Arbeitnehmer 2.Klasse, sie leisten oft das Gleiche, haben aber weniger Rechte und erhalten geringeren Lohn.

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Raus aus „Hartz4“ und trotzdem ist es nicht vorbei

Ausbeutung2.0Auch wenn vielfach Gegenteiliges behauptet wird, „Hartz4“ ist kein gemütliches Leben in der sozialen Hängematte. Nur wer die soziale Exklusion am eigenen Leib fühlt, der weiß es. Man ist froh aus „Hartz4“ rauszukommen, weg vom Zwang sich auch auf aussichtslose Stellen bewerben zu müssen, keine sinnlosen Maßnahmen mehr, die keine neue Perspektive eröffnen, sondern offenbar nur dazu dienen die Arbeitslosenstatistik aufzuhübschen. (Menschen, die sich diesen sogenannten Maßnahmen befinden, fallen aus der Arbeitslosenstatistik. Das sind durchschnittlich 1,2 bis 1,5 Millionen).

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Was Günter Jauchs Polittalk von Star Trek unterscheidet.

Ja, ich weiß, ich hatte es mir fest vorgenommen: Nie wieder Polittalk im Fernsehen. Doch gestern abend schwächelte ich, sagte zu mir selbst „Gib dem Jünter Jauch mal eine Chance“. Als ich unsere Bundeskanzlerin dort mit dem Lieblingsschwiegersohn der Nation sitzen sah, schwebte mein Daumen schon über der Fernbedienung, aber ich ließ „Mutti“ ausreden.

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Wahlplakate zur NRW-Landtagswahl 2010. SPD.

Lasst Euch nicht großformatig verarschen. Ein prüfender Blick hinter die abblätternde Fassade lohnt immer.
SPD_Respekt_Wahlplakat
Nun zum „Bilderrätsel“. Zeitarbeit? Leiharbeit? Wer hat’s erfunden? Ein ganz heißer Tipp: Die Schweizer waren es dieses Mal nicht, es fängt aber auch mit „S“ an,… 😉

Der endgültige Abschied der SPD von der Sozialdemokratie?

Es hat sich abgezeichnet: Kurt Beck wird nicht Kanzlerkandidat und tritt als SPD-Chef zurück. Neuer Kanzlerkandidat ist nun Frank Walter Steinmeier, der sich – für mich unverständlich – großer Beliebtheit in der Bevölkerung erfreut. Neuer Parteivorsitzender wird Rückkehrer Franz Beckenbauer…eh…Müntefering. Die SPD-Parteispitze ist also nur noch ausschließlich mit Namen besetzt, die für die sogen. Agenda2010 stehen und in einem Atemzug mit den anderen Bestattern des Sozialstaates Schröder und Clement genannt werden können. Damit sollte spätestens jetzt allen „SPD-als-das-kleinere-Übel-Wähler“ klar sein welchen Kurs diese Partei steuert. Sie hat nicht nur Sand sondern gleich Steine (Steinmeier und Steinbrück) im Getriebe! Das Wort Sozialdemokratisch führt diese ehemalige Arbeiterpartei längst zu Unrecht im Namen. Wie währe es mit Neowirtschaftsliberale Partei Deutschlands? Upps, das geht ja gar nicht, das gibts ja schon als Abkürzung, man will es ja nicht noch übler machen, als es ohnehin schon ist!
Um es mit den Worten von Bernd dem Brot zusammenzufassen:
SPD, es bleibt wie es ist, nur schlimmer!