„WIR“ werden (Vize)Weltmeister

Heute bestreitet die DFB-Elf bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Estádio do Maracanã das Finale gegen Argentinien. In Deutschland herrscht Euphorie, erst recht nach dem berauschenden 7:1-Sieg im Halbfinale gegen den Gastgeber Brasilien. Überall im Lande heißt es „WIR“ sind im Finale und „WIR“ werden Weltmeister.  Forciert wird diese Stimmung durch PR: „80 Millionen, ein Team“ und durch die Boulevard-Medien, Ihr erinnert Euch?: „WIR sind Papst“. Morgen heißt es dann „WIR sind Weltmeister“ oder im Falle einer Niederlage „WIR sind Weltmeister der Herzen“. Doch spätestens zum Monatsende, wenn wieder die Arbeitslosenstatistik veröffentlicht und kommentiert wird, heißt es dann wieder mit herablassendem Fingerzeig: „DIE Arbeitslosen“ und „DIE Hartz4-Empfänger“, obwohl es sich um 6,1 Millionen „Leistungsberechtigte“ handelt, während das DFB-Team aus lediglich 22 Spielern plus Trainer- und Betreuerstab besteht.

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Wunder gibt es immer wieder. Zum Beispiel „Wirtschaftswunder“ und „Jobwunder“

Der Begriff Wirtschaftswunder bezeichnet den schnellen Wiederaufbau und den lange anhaltenden ökonomischen Aufstieg nach dem zweiten Weltkrieg bis in die 70er Jahre. Seinerzeit profitierte davon der Großteil der Bevölkerung. Ein Heer von Schreibnutten, die sich selbst Journalisten nennen, sorgen durch ihre, mit  Euphemismen aufgepumpten geisttötenden Schlagzeilen, die das x-te „Wirtschaftswunder“ propagieren, dafür dass dieser Begriff aktuell in seiner ursprünglichen Bedeutung zunehmend erodiert.

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