Indien und China als Maßstab für zukünftige Löhne und Arbeitsbedingungen in Deutschland?

Die Agenda 2010, als sogenannte Arbeitsmarktreform, souffliert von der Bertelsmann-„Stiftung“, publiziert von der Zeitschrift „Capital“, eingeführt und umgesetzt durch SPD und die Grünen, steht für den Beginn einer Entwicklung, die sich unvermindert fortsetzt. Die Dimension ist längst europaweit (Stichwort: Lissabon-Strategie) und darüber hinaus. Mit Sorge betrachte ich die drastische Jugendarbeitslosigkeit und soziale Verelendung in Griechenland, Spanien und Portugal.

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Arbeitsmarktpolitische Maßnahme

Irgendeine übereifrige Mitarbeiterin bei der Arbeitsagentur muss wohl in ihrer Arbeitszeit Freizeit bei YouTube herumgesurft und meinen TV-Kanal entdeckt  haben. Wie dem auch sei, jedenfalls hatte sie mir einen Jobsuchenden vorbei geschickt, obwohl ich keine Stellenanzeige ausgeschrieben hatte. Als es vorgestern, also an einem Samstag, an meiner Studiotür klopfte, war ich doch sehr verwundert. Wer konnte das jetzt sein? Sekunden später stand ein arbeitsloser Kamera-Assistent im Raum, der sich bei mir für ein halbjähriges Praktikum bewarb.  Da fielen mir vor Schreck zwei Eier auf dem Boden, ich war nämlich gerade dabei, die Sendung „Ostereier färben in 5 Sekunden zu produzieren¹“.

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Jobzigeuner

Ausbeutung2.0Sieht so die Zukunft von Arbeit aus? Als Jobzigeuner von einem Unternehmen zum nächsten zu tingeln? Ohne Festanstellung mit unsicherer Zukunftperspektive? Leih- und Zeitarbeiter oder Mietjobber sind nichts mehr als Arbeitnehmer 2.Klasse, sie leisten oft das Gleiche, haben aber weniger Rechte und erhalten geringeren Lohn.

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Hirnsäge

Merke: Zwischen Seifenoper und Dschungelcamp passt immer noch ein Jobwunder.

Hirnsäge

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Jobwunder. Das 127ste

Bald ist wieder Monatsende, dann werden mal wieder die offiziellen „Arbeitslosenzahlen“ mit begleitendem Geschwurbel aus Politik und Wirtschaft durch die Medienlandschaft gejagt. Ich habe schon einige Meldungen dazu gelesen. Von dem schwachsinnigen Euphemismus „Jobwunder“ ohne jeglichen Bezug zur Realität (das haben Wunder meistens so an sich) bleiben wir erneut nicht verschont. Die Zahl der Arbeitslosen ist nach Angaben der Bundesregierung auf 2,945 Millionen gesunken. Das soll angeblich der niedrigste Wert seit 1992 sein.

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Wunder gibt es immer wieder. Zum Beispiel „Wirtschaftswunder“ und „Jobwunder“

Der Begriff Wirtschaftswunder bezeichnet den schnellen Wiederaufbau und den lange anhaltenden ökonomischen Aufstieg nach dem zweiten Weltkrieg bis in die 70er Jahre. Seinerzeit profitierte davon der Großteil der Bevölkerung. Ein Heer von Schreibnutten, die sich selbst Journalisten nennen, sorgen durch ihre, mit  Euphemismen aufgepumpten geisttötenden Schlagzeilen, die das x-te „Wirtschaftswunder“ propagieren, dafür dass dieser Begriff aktuell in seiner ursprünglichen Bedeutung zunehmend erodiert.

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Dieter E. macht sich Sorgen

Dieter E. ist, genau wie Pocke, einer meiner Freunde vom leidenden Leben. Dieter E. macht sich Sorgen über seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Nach 25 Jahren Erwerbstätigkeit ist er nunmehr seit über 2 Jahren ohne Job, obwohl er Bewerbungen im dreistelligen Bereich geschrieben hat. Bei seinen letzten drei Anstellungen hat man ihn jeweils nach kurzer Zeit wieder entlassen, sie sagten er sei nicht produktiv genug. Auf dem immer mehr entmenschlichten Arbeitsmarkt weht ein rauer Wind, der ihm fortwährend eiskalt ins Gesicht weht.
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Die wahren Leistungsträger (2)

Der Begriff „Leistungsträger“ wird in der politischen Debatte, insbesondere zu Wahlkrampfzeiten, zu Lasten derer, die für wenig Lohn hart arbeiten, permanent missbraucht. In diesem Diskurs wird offenbar regelmäßig „Leistung“ mit Einkommen verwechselt.
BBC-News berichtet, über eine Studie aus England, durchgeführt von der New Oconomic Foundation, dabei stellte sich folgendes heraus:

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Sozial ist, was Arbeit schafft?

Es ist beklemmend die Erosion des Wortes sozial zu beobachten, dessen Bedeutung der SPD bereits vor Jahren abhanden gekommen ist und dessen Deutungshoheit sich nun ausgerechnet jene anmaßen, die ideologisch irgendwo zwischen wirtschaftsnah und marktradikal verortet sind.

„Sozial ist, was Arbeit schafft“
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Soziale Kälte auf dem Arbeitsmarkt – Fristlose Kündigung wegen „Stromklau“

Während Wissenschaftler über die globale Erderwärmung referieren, ist die soziale Kälte immer spürbarer. Besonders auf dem Arbeitsmarkt weht ein eisiger Wind. Gestern erfuhr ich aus dem Radio, dass einem Oberhausener Arbeitnehmer fristlos gekündigt wurde, weil er sein Mobiltelefon am Arbeitsplatz aufgeladen hat. Ein Fachingeneur errechnete, welche Stromkosten pro Aufladung anfallen: Gigantische 0,014 Cent! Das erinnert an die Kassiererin, die wegen angeblichen Diebstahls zweier Leergutbons, die einen Gegenwert von 1,30 Euro haben, gefeuert wurde oder an den Fall, wo ein Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens, der bereits wegen des Diebstahls von Toilettenpapier abgemahnt worden war, dann schließlich entlassen wurde, weil er ein Kinderreisebett, welches bereits in einem Container entsorgt wurde, „gestohlen“ hatte.

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