Der Kapitalismus hat uns alle am Arsch

Über Fire-TV schaut er sich eine kapitalismuskritische Doku an, liest anschließend auf seinem eBook-Reader wie Amazon seine Mitarbeiter ausbeutet und legt empört den Kindle beiseite. Ein Fan von Borussia Dortmund schimpft auf Red Bull Leipzig, wegen der Kommerzialisierung des Fußballs, trägt ein Evonik-Trikot und geht zu den Heimspielen seiner BVB-AG  in den Signal-Iduna-Park.

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„Sozialtouristen“

„Sozialtouristen“ ist es also geworden, das Unwort des Jahres 2013, auserkoren von Sprachwissenschaftlern.  Eine weitere Neusprech-Vokabel die als berittener Wahnsinn durch die Medienlandschaft galoppiert.  Derartige Wortkonstrukte bedeuten oft das Gegenteil dessen, was der halbwegs vernünftige Menschenverstand damit assoziiert.

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Lampedusa Blues

COR – Lampedusa Blues (Lampedusa ist überall)

Wenn es nicht so traurig und wahr wäre,…

Indien und China als Maßstab für zukünftige Löhne und Arbeitsbedingungen in Deutschland?

Die Agenda 2010, als sogenannte Arbeitsmarktreform, souffliert von der Bertelsmann-„Stiftung“, publiziert von der Zeitschrift „Capital“, eingeführt und umgesetzt durch SPD und die Grünen, steht für den Beginn einer Entwicklung, die sich unvermindert fortsetzt. Die Dimension ist längst europaweit (Stichwort: Lissabon-Strategie) und darüber hinaus. Mit Sorge betrachte ich die drastische Jugendarbeitslosigkeit und soziale Verelendung in Griechenland, Spanien und Portugal.

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„Dieser Artikel könnte Ihnen gefallen“: Amazon und Ausbeutung

Ausbeutung2.0Die lausigen Arbeitsbedingungen bei Internet-Versandgroßhändlern sind hinreichend bekannt, keine Neuigkeit. Fast jeder weiß, dass dort überwiegend Leiharbeiter unter immensen Leistungsdruck für einen Hungerlohn, der kaum zum Leben reicht, ausgebeutet werden. Trotzdem ließ die kürzlich ausgestrahlte ARD-Doku „Ausgeliefert – Leiharbeit bei Amazon“ die Wellen der Empörung so hoch schlagen, dass sie schließlich in diversen sozialen Netzwerken in heftige Shitstorms mündeten. Viele Nutzer riefen dazu auf, Amazon zu boycottieren. Aufgebrachte Twitterer hackten Wut-Tweets in ihre Kindle-Tablets. Sogar in China wurde kritisch über diese Missstände auf dem deutschen Arbeitsmarkt berichtet. In China!  Vielleicht war die H.E.S.S-Security, die die Leiharbeiter in ihren bescheidenen Unterkünften kontrollierte und schikanierte, deren Personal verdächtig ist der rechtsextremen Szene zugehörig zu sein, der überspringende Funke, der den Sturm der Entrüstung entfachte.

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Gegen das Blut im Smartphone: Fairphone

Wer sich ein Smartphone ans Gehör hält, müsste eigentlich Blut am Ohr haben, weniger wegen dem nervigen Gelaber des Gesprächspartners, welches Ohrenbluten verursacht, eher wegen der Blut-Mineralien, die das Gerät enthält. Zum Beispiel Kupfer und Kobalt, Rohstoffe, die in den Minen der Republik Kongo zu menschenverachtenden Arbeitsbedingungen abgebaut werden. Die Minen werden größtenteils von so genannten „Rebellen“ die nichts anderes als Warlords sind, kontrolliert. Mit dem Erlös werden mitunter Kriege finanziert, die weiteres Leid verursachen. Hinzu kommt noch mehr Elend bei der Produktion der Mobiltelefone, die in asiatischen Arbeitshöllen stattfindet.

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„Ein Flüchtling ist nicht mehr Mensch, sondern zu viel“ – Zwei Lieder ein Thema: Die Europäische Flüchtlingspolitik

Dieses Mal kommt mein Songtipp im Doppelpack daher. Die beiden Lieder haben nicht nur gemeinsam, dass sie turbogeil sind, sondern auch dass sie den aktuellen Friedensnobelpreisträger und seine Flüchtlings- und Asylpolitik kritisch besingen. Ein wichtiges Thema, gerade in einer Zeit wo Weihnachten vor der Türe steht und die Offiziellen in Europa auf allen Kanälen unsere christlichen Grundwerte betonen. Doch wo bleibt jene christliche Nächstenliebe, die bewirkt dass man hilfesuchenden Fremden mit menschlicher Wärme begegnet?
Die Texte der folgenden Songs machen mich jedenfalls nachdenklich, anders als jene Besinnlichkeits-Folklore mit der man derzeit allerorten zwangsbeschallt wird. Genug der Rede meinerseits, jetzt spricht die Musik und das mit starken Worten:

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Raus aus „Hartz4“ und trotzdem ist es nicht vorbei

Ausbeutung2.0Auch wenn vielfach Gegenteiliges behauptet wird, „Hartz4“ ist kein gemütliches Leben in der sozialen Hängematte. Nur wer die soziale Exklusion am eigenen Leib fühlt, der weiß es. Man ist froh aus „Hartz4“ rauszukommen, weg vom Zwang sich auch auf aussichtslose Stellen bewerben zu müssen, keine sinnlosen Maßnahmen mehr, die keine neue Perspektive eröffnen, sondern offenbar nur dazu dienen die Arbeitslosenstatistik aufzuhübschen. (Menschen, die sich diesen sogenannten Maßnahmen befinden, fallen aus der Arbeitslosenstatistik. Das sind durchschnittlich 1,2 bis 1,5 Millionen).

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„Wir brauchen eine neue Wirtschaftsordnung“

Man kann Heiner Geißler sicherlich für Vieles kritisieren. Zum Beispiel dafür, dass er in der falschen Partei ist, auch seine Rolle als Schlichter bei Stuttgart 21 mag kritikwürdig sein. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Politikerkollegen hat sich Geißler bei zunehmenden Alter zu seinem Vorteil verändert. Bei folgendem Filmausschnitt kann ich nur konstatieren: Wo er Recht hat, hat er Recht!
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Das faule Ei des Monats für Theodor Elster

Der Uelzener Landrat Theodor Elster hat sich das faule Ei des Monats für folgendes Statement mindestens verdient:

Kinderarbeit mache Produkte billiger, und das sei ja der „entscheidende Wettbewerbsvorteil“, dozierte der CDU-Mann. Eine Verpflichtung, solche Zustände durch faire Beschaffung zu ändern, sehe er nicht: „So weit kann Bundestreue nicht reichen.“ Kinderarbei sei nicht schön, aber günstig.

Damit stellt er ökonomische Verwertung über Menschlichkeit, reduziert Kinder in sogenannten Entwicklungsländern auf Humanmaterial, welches gewinnoptimierend auszunutzen ist. Er lehnte den Antrag der Grünen ab, der beinhaltet, dass das Land Niedersachsen keine Produkte mehr aus ausbeuterischer Arbeit erwerben soll. Sind das die „christlichen“ Werte, die CDU-Mitglied Elster für seine Partei repräsentiert?

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