„Kommt das Internet bald aus dem Klo?“

„BILD“-Schlagzeiten fliegen gewöhnlich sehr tief unter der Radarlinie meiner Aufmerksamkeit, sodass meine Gedankengänge meist von den Auswürfen dieser Schmutzgazette verschont bleiben und ich mich nicht fragen muss, welcher Dumbass diese Kopfgeburt produziert hat:

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Der ideale Bundespräsident wäre,..

…kein Politiker, sondern ein durch und durch aufrichtiger Mensch aus dem realen Leben, jenseits der Parallelgesellschaft classe politique und ihren einflussreichen „Freunden“. Wir brauchen keinen Händeschüttler sondern einen Arschtreter, jemand der als ethisch-moralische Instanz der „alternativlosen“ Politik, die von den Interessen einer mächtigen elitären Minderheit beeeinflusst wird, eine Hürde in den Weg stellt. Quasi einen echten Volksanwalt als Gegenpol zu den Elitenvertretern. Der neue Bundespräsident könnte beispielsweise ein Schriftsteller oder ein Künstler sein. Er sollte einen messerscharfen Verstand besitzen, Verständnis und zwei offene Ohren für die alltäglichen Probleme und Nöte der Bürger haben und ein Gespür für soziale (Fehl)Entwicklungen. Vor allem sollte er kein taktisches Verhältnis zur Wahrheit pflegen, stattdessen die Sprache Tacheles fliessend beherrschen.  Der Bundespräsident sollte direkt vom Volk und nicht von der Bundesversammlung gewählt werden.

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Gossenjournalismus

Heuchlerisch postulieren die Boulevardblätter über angeblich zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und über die Verrohung der Gesellschaft, überfluten uns aber gleichzeitig mit abstumpfenden Horrorbildern auf ihren Titelseiten. Dieser Tage waren es der Leichnam von Micheal Jackson, der todkranke Steve Jobs, die blutverschmierte Leiche des Ex-Diktators Gaddafi. Welcher Tote erhöht demnächst die Quote?

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Songtipp (5): Billy Bragg – Never buy The Sun

Billy Bragg thematisiert mit diesem wundervollen Protestsong den Abhörskandal um das britische Krawallblatt „News of the world“ das inzwischen eingestellt wurde. Mittlerweile hat sich die Geschichte auch auf „The Sun“ und die „The Sunday Times“ ausgeweitet, die ebenfalls zum Murdoch-Imperium gehören. Die deutschen Boulevard-Medien sollten indes den Ball flach halten, denen traue ich ähnlich fiese Matenten zu. Für auflagensteigernde Schlagzeilen scheint jedes Mittel recht zu sein. Der Gossenjournalismus kann nur in die Knie gezwungen werden, wenn ihm der Geldhahn abgedreht wird, also „Never buy the sun“ zu deutsch: Kaufe niemals die „Bild“! In diesem Sinne:

Billy Bragg – Never buy The Sun

Download: Billy Bragg: Never buy the sun (mp3)

Ihr seid Helden!

Was unterscheidet die deutsche Band „Wir sind Helden“ von den „Künstlern“ und Promis Sarah Connor, Udo Lindenberg, Til Schweiger, Mike Krüger, Johannes B. Kerner, Mario Barth, Thomas Gottschalk, Veronika Ferres und Philip Lahm? Sie haben ausreichend Klasse und Integrität, sich nicht für die Werbekampagne „Ihre Meinung zu Bild“ an das volksverblödende Krawallblatt zu verkaufen. Eine entsprechende Anfrage der Werbeagentur Jung von Matt wurde wie folgt beantwortet:

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Bundeswehr-Werbekampagne bei Springer geplant: Guttenberg sagt „Danke BILD!“

Bundesverteidigungsminister und Bundeskanzler in spe K.T. Guttenberg revanchiert sich für den Beistand der „Bild-Zeitung“ während der Doktortitel-Affaire und initiiert  zum Dank eine große Werbekampagne für die Bundeswehr in Form von Print-Anzeigen, die ausschließlich in Springer-Blättern geschaltet werden sollen. Eine Hand wäscht die andere. Zielgruppe dieser Promotion-Aktion sind vor allem junge Menschen aus der sogenannten Unterschicht, die eine schlechte berufliche Perspektive haben. Diese dürfen, anstatt dem Steuerzahler zur Last zu fallen auf den Schlachtfeldern der Welt im Interesse der Wirtschaftselite und der Classe Politique, den Heldentod sterben und bekommen nach der Heimreise in Holzkisten ein feierliches öffentliches Begräbnis mit betroffen dreinblickenden Spitzenpolitikern. So bekommt das nutzlose Leben potentieller Hartz4-Empfänger wenigstens einen Sinn.

Kriegsminister
Bildquelle: Agenda 2013

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Oh, wie ist das peinlich Kid Rock

Keine Ahnung, welcher Wahnsinn Kid Rock da geritten hat, als er mit hochgehaltener „Bild-Zeitung“ in der Hand auf seiner Homepage unter der Überschrift „Why we don’t have newspapers like this in america?“ posierte. Was zum Geier hat Kid Rock am aufdringlichsten deutschen Boulevardblatt so entzückt? War es das Tittenposter auf der Titelseite, welches den Rockmusiker in Ekstase versetzte? Hat er eine derart großformatige Wichsvorlage nötig? WC (=wohl kaum).

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Geisttötender Totentanz bei RTL

Talk mit den Toten. Nonsens aus dem Nirvana. Jeck im Jenseits. Mit der Sendung „Das Medium“, einer neuen Mumpitz-Mystery-Doku, wird auch der letzte Restverstand der RTL-Glotzer in die ewigen Jagdgründe befördert. Passt prima ins Gesamtkonzept des TV-Marktführers, schließlich lässt sich mit Einschaltquote alles rechtfertigen, egal wie sehr die grenzenlose Blödheit noch getoppt wird. Erneut findet der beste Fernsehkritiker aller Zeiten eloquent die richtigen Worte:
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Gute Aktion: „Nein zu B!LD“

nein_zu_bildVerdienen jene, die den Inhalt der „Bild-Zeitung“ generieren, die Berufsbezeichnung Reporter oder Journalist? Oder ist Schmierfinken die treffendere Titulierung? Beim letzten Fragezeichen tendiere ich eindeutig zum JA! Deshalb unterstütze ich diese Aktion, die ich bei Frank Kopperschläger fand. Die geistigen Brandstifter, die dafür verantwortlich sind, was in der B!LD steht, sollten keinen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung haben. Die Heuchelei kulminiert, wenn B!ld sich als moralische Instanz positioniert, zum Beispiel wenn beklagt wird, dass Straftäter keine Reue zeigen. Haben Bild-„Reporter“ jemals Reue gezeigt, wenn sie das Privatleben eines Menschen durch den Schmutz gezogen haben? Dem 1.Kioskbesitzer in meiner Gegend, der keinen B!ld-Plakatständer vor seiner Türe hat, zahle ich freiwillig 60Cent dafür, dass er die B!ld nicht verkauft.

„Bild Dir keine Meinung ein!“

Alfred Tetzlaff, die personifizierte „Deutsche Leitkultur“?

Die öffentliche Debatte um die „Deutsche Leitkultur“ erinnert an die 70er Jahre, damals gab es eine Sendereihe mit dem Titel „Ein Herz und eine Seele“. Es war die erste, vom Deutschen Fernsehen produzierte Sitcom, nach US-Amerikanischem Vorbild. Hauptfigur war Alfred Tetzlaff, gespielt von Heinz Schubert. Als einer der weiteren Hauptdarsteller brilliert auch der junge Diether Krebs, der „Ekel-Alfreds“ Schwiegersohn gab. Für mich ist diese Serie, die gelegentlich in den dritten Regionalprogrammen wiederholt wird, Kult! Ein paar Auschnitte daraus findet man auf YouTube.

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