15. Oktober oder Revolution ist da, wo draußen ist

Was meine Hoffnung nährt ist, dass jede negative Entwicklung eine Gegenbewegung hervorruft. Widerstände in Griechenland, soziale Proteste in Israel, Demonstrationen in Spanien, Occupy Wallstreet  weitet sich in den USA zunehmend aus. Hier eine imposante Bildstrecke. Was zaghaft und vereinzelt begann, nimmt nun allmählich Fahrt auf und  globale Dimensionen an. In vielen Städten auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Straße, gegen die Finanzmarktdiktatur, gegen das korrupte System, gegen Sparzwänge und damit einhergehende Sozialkürzen, für mehr Verteilungsgerechtigkeit, für eine bessere Welt in der wieder wahre Werte zählen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Veränderung kann man nicht bloggen und twittern, nicht einmal mehr wählen, sie findet außerparlamentarisch, also draußen statt. Am 15.Oktober, kommenden Samstag sollten wir aus dem Haus gehen und jenen 1%, deren Handeln von Verantwortungslosigkeit und Raffgier geprägt ist, welches steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende Armut bewirkt, das angemessene soziale Feedback geben. Friedlich und gewaltfrei, denn wir sind nicht wie sie, wir sind die 99%…

It’s time for global change! (Version für den deutschsprachigen Raum)

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Widerlegen kalte Winter in Europa die globale Erwärmung?

Hört man jenen fröstelnden Zeitgenossen  zu, die über den ziemlich heftigen Wintereinbruch diskutieren, lautet dieser Tage die selbe Frage immer wieder: „Wo bleibt denn die angekündigte Erderwärmung?“ Genau wie im letzten Winter, als uns die „klirrende“ Kälte heimsuchte, haben auch  zum Ende dieses Jahres, welches erneut einen kalten Winter einleutet, die Klimawandel-„Skeptiker“ anscheinend Oberwasser. Nach ihrer „Argumentation“ ist der diesjährige eisige Start in die Wintersaison ein Indiz oder gar ein Beweis dafür, dass die globale Erderwärmung nicht stattfindet. Diese „Beweisführung“ hat zwei grundlegende Probleme: Sie unterscheidet weder zwischen Wetter und Klima noch zwischen regional und global. Anders ausgedrückt: Ein Mensch, der größtenteils an einem Ort lebt, ist nicht in der Lage die globale Mitteltemperatur zu empfinden. Erschwerend hinzu kommt für die Klimawandel-Leugner, dass der letzte Winter global gesehen, der zweitwärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen war.

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Auch die „Christliche Mitte“ verklärt den Begriff Bezness

Das Internet-Portal „Christliche Mitte“ verklärt den Begriff „Bezness“, ein Neologismus bestehend aus Beziehung und Business, wie folgt:

Unter „Bezness“ – Anlehnung an den englischen Begriff „business“ – verstehen Muslime das Geschäft mit „ungläubigen“ Frauen:
Vor allem beim Urlaub in islamischen Ländern werden Frauen aus christlich-europäischen Ländern mit der „Liebe“ von Muslimen betrogen, um sie auszunutzen, geldlich auszunehmen oder die Staatsbürgerschaft zu erwerben. Ist das „Geschäft“ erfolgreich abgeschlossen, werden die gutgläubigen Frauen verlassen, nicht selten mit einem Kind (…) Hervorhebungen von mir.
Quelle: Vorsicht Bezness!

Fakten? Fehlanzeige. Lese ich bei den „Nächstenliebenden“ hier etwa Xenophobie und Islamophobie heraus? Um die Story von bösen muslimischen „Tätern“ und „unschuldigen“ christlichen „Opfern“ zu entzerren, kurz zur Info: Weiterlesen

Macht Unwissenheit sorglos? Weniger Deutsche fürchten den Klimawandel

Da hat die „Klimaskeptiker“-Lobby, die mit ihrer Propaganda die Klimaforschung diskreditiert, ja ganze Arbeit geleistet. Laut einer Spiegel-Umfrage haben die Deutschen angeblich keine Angst mehr vor dem Klimawandel:

Die Deutschen haben keine Angst mehr vor dem Klimawandel. Das hat eine Umfrage im Auftrag des SPIEGEL ergeben. Nur noch eine Minderheit von 42 Prozent fürchtet sich vor der globalen Erwärmung. Im Herbst 2006 fürchtete noch eine klare Mehrheit von 62 Prozent der Deutschen die Folgen des Klimawandels […] Qulle: Spon

Ob der harte Winter einer der Gründe für dieses Umfrageergebnis ist? Oder waren es die (angeblichen) Fehler im IPCC*-Bericht, die verzerrt widergegeben und medial aufgebauscht wurden? Mich würde mal interessieren, wie viele der Befragten den Treibhauseffekt erklären können. Die zahllosen Klimawandel-Leugner-Deppen in der Blogosphäre mit ihren haarsträubenden hanebüchenden Blogbeiträgen und Kommentaren, zeigen darüber hinaus, dass viele nicht einmal den Unterschied zwischen regional und global bzw Wetter und Klima kennen. Das offenbart einmal mehr, wie wichtig Bildung ist…

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Klirrende Winter-Hitze ist schallende Ohrfeige für Klimaskeptiker

Der eisige Winter mit seiner „klirrenden“ Kälte hat zahlreiche bibbernde Schäfchen in die Arme der Klimawandelleugner-Sekte getrieben. „Klimaskeptische“ Blogger wussten mit Titelzeilen am laufenden Band, wie z.B.„Global Warming“: Rekordschneefall in Südfrankreich zu unterhalten :mrgreen:
Inzwischen hat die NASA die globalen Temperaturen für Februar veröffentlicht, die einen Blick auf die zurückliegende Wintersaison (Norhalbkugel, Dez.2009-Febr.2010, entspricht Sommersaison auf der Südhalbkugel) ermöglichen. Dieser Winter war global der zweitwärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor 130 Jahren. Der Februar selbst war ebenfalls der zweitwärmste seit 130 Jahren. Weltweit hatten wir also eher einen „heißen Winter“ 😉
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Bezness, Sextourismus und der „westliche“ moralische Zeigefinger

Beziehung plus Business gleich Bezness
Bezness ist eine Wortschöpfung, die sich aus Beziehung und Business zusammensetzt. Hierbei wird tiefe Zuneigung zum Zwecke finanzieller Vorteilnahme vorgegaukelt. Oft spielen auch die Verbesserung des sozialen Status oder Macht eine Rolle. Der geschäftliche Charakter dieser „Beziehung“ ist dabei nur einer Seite bekannt. Bezness ist so alt wie die vorgetäuschte Liebe selbst.

Soziale Phänomene, wie Armut bereiten den Nährboden, daher kommt Bezness in Afrika, Asien, in der Karibik und Südamerika häufiger vor, als in anderen Regionen der Welt, auch orientalische Urlaubsländer wie beispielsweise Ägypten, Tunesien und die Türkei sind betroffen. Opfer sind hier meist Touristen aus „westlichen“ Staaten, zumal es viele vor der Abreise nicht für nötig halten, sich über die Gegebenheiten in den jeweiligen Urlaubsländern zu informieren, stattdessen aber jede Menge Naivität und Leichtsinn im Handgepäck mitführen.

Bezness ist entgegen zahlreichen Berichten, die einen anderen Eindruck erwecken (wollen), nicht einem bestimmten Kulturkreis oder einer Volksgruppe zuzurechnen, sondern global und kulturübergreifend. Auch in der sogenannten „westlichen Welt“ gibt es die scheinamourösen Annäherungen, die letztlich nur auf Geld abzielen. Wenn zum Beispiel aufgestylte Modepüppchen sich auf VIP-Parties einen reichen Millionär angeln wollen oder Heiratsschwindler einsame reiche Witwen abzocken, ist das nichts anderes als Bezness, denn es ist das selbe Prinzip. Ob auch deutsche Politiker wie z.B. der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering eventuell ein Bezness-Opfer ist, lasse ich mal dahingestellt 😉

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Klimaschutz pro und contra. Wissenschaft gegen Polemik oder: Miersch wird zerlegt

Von einem Wissenschaftsjournalisten erwarte ich, dass er dem laienhaften Leser komplexe wissenschaftliche Sachverhalte, verständlich und vor allem weitgehend ideologiefrei erklärt. Der Wissenschaftsjournalist Michael Miersch, der auch im Internet u.a. auf der „Achse des Guten“ oder „Maxeiner und Miersch“ publiziert, erfüllt diesen Anspruch meines Erachtens eher nicht. Stattdessen neigt er zur Polemik gegen alles, was nicht in sein Weltbild passt.
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Die Wohlstandsfestung – A wallet world

Die Berliner Mauer ist Geschichte, eine Geschichte aus der man offenbar nicht viel gelernt hat, denn die sogenannte „westliche Welt“ baut die Mauern ihrer Wohlstandsfestung immer weiter aus. Das Vorgehen gegen die Flüchtlinge, die verzweifelt dem Elend im eigenen Land zu entfliehen versuchen, ist brutal und menschenverachtend. Mauern, Zäune und bewaffnete Patrouillen grenzen diejenigen aus, von dessen billiger Arbeitskraft wir profitieren, deren Rohstoffe wir  importieren, deren Diktatoren wir alimentieren, deren Kriege wir finanzieren, deren Leid wir ignorieren.

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Nie wieder Nokia

(last update: 18.01.2007)

2300 Mitarbeiter werden in Bochum nun Opfer einer „globalen Strategie“, denn das dortige Nokia-Werk wird bis mitte des Jahres geschlossen. Anderorts kann man Arbeitnehmer schliesslich zu Billiglohnkonditionen ausbeuten. Die Vorstandsebene des finnischen Mobilfunkherstellers nennt das „Wettbewerbsfähigkeit“. Für 2300 Menschen gleichbedeutend mit dem Verlust ihrer Existenzgrundlage. Viel Geld verdienen möchte Nokia in Deutschland natürlich weiterhin, aber nicht in deutsche Arbeitsplätze investieren.
Beim nächsten Erwerb eines Mobiltelefons, scheidet für mich eine Firma zukünftig aus: Nokia
boycott-nokia-kl.jpg
Logo von Rolf Spiess

Was ich von Global Player halte, habe ich hier schon erwähnt.

Besonders tiefgründig und ausführlich hat sich Nova Express mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Leseempfehlung!:

Wie weit können wir gehen für unser Ego? fragt Nosliw

Es gibt sie noch im Land der Dichter und Denker: Deutsche Musiker, die gute Songtexte schreiben. Leider sind sie nicht so populär, wie die von den Medien übertrieben gehypten und von der Musikindustrie selbst gebackenen Boy- und Girlgroups, die nur nichtssagende, englischsprachige Tralala-Songs, unterlegt mit minimalistischem Einheits-Pop, visuell begleitet von überflüssigen Hampel-Choreografien, darbieten.
Nosliw dagegen schreibt gute, sozialkritische, deutsche Texte, trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen?) wird er von Viva und MTV weitgehend ignoriert [1]. Hier ein Beispiel für einen sehr guten Liedtext, der aus dem Jahre 2004 stammt von dem Album „Mittendrin“. Die Worte haben bis heute nichts an Aktuallität verloren.

Nosliw – Wie weit


Direkter Link zum YouTube-Video

[Refrain] Wie weit könn‘ wir gehn‘ für unser Ego,
wie lange wird’s dauern bis nichts mehr geht und
wie vieles muss noch bluten und leiden,
bis nicht nur einige die Fehler endlich einsehn?
[/Refrain]
Wieviele Kriege um Gebiete,
wieviele sterben für Tradition und für Profite?
Wieviele rasten aus und rüsten auf und,
kämpfen mit vollem Hass und leerem Bauch,
Wieviele Menschen müssen fliehn‘ und
wieviele Regime foltern Widerstandsgruppierung?
Wie lange zwingen sie die Minderheiten auf die Knie,
aufgrund von Fascho-Ideologien?
Wieviele missbrauchen ihr Amt für Macht und
schürn‘ Angst zur Rechtfertigung von Überwachung?
Wieviel maschieren ein, beim selbst gemachten Feind
und die UN schaut zu, doch keiner fragt sich
[Refrain] Wie weit könn‘ wir gehn‘ für unser Ego?…
Wie oft zählt Quantität mehr als Bestand,
wieviel haben wir – wieviel die Wirtschaft in der Hand?
Und wieviel Konzernfusion, vernichten Arbeitslohn,
wieviel zählt die Familie, wieviel Börsenwertpapiere?
Wie lang, wie lang schon produziern wir Gifte,
wie lang schon wird garnichts erreicht auf Umweltgipfeln?
Wieviele Konventionen zu Gunsten von Onkel Sam,
wieviel Verantwortung bleibt bei den Mittellosen hängn‘?
Wie weit, wie weit könn‘ Menschen Dinge vereinnahmn‘,
die diese Welt in Jahrmillionen allein erreicht hat?
Wie weit schaun wir voraus für ihre Zukunft,
oder geht’s uns nur um uns allein?
[Refrain] Wie weit könn‘ wir gehn‘ für unser Ego?…
Oh wie weit, könn‘ wir noch gehn bis uns gar nichts mehr bleibt,
oh wie lang gibt es noch Luxus für die Engstirnigkeit?
Oh wie weit, wir sehn‘ die Zeichen doch vergessen die Zeit
Oh wieviel, begreifen es geht nicht allein um sie?
[Refrain] Wie weit könn‘ wir gehn‘ für unser Ego?…

[1] Wer braucht schon Viva und MTV?

Der Musiker Nosliw stellt die richtigen Fragen, die Politiker geben die faschen Antworten!