„Deutschland geht es gut“

„Deutschland geht es gut“ wird aus gut unterrichteten führenden politischen Kreisen in den letzten Jahren regelmäßig verlautbart. Diese Aussage ist grundsätzlich korrekt, aber keine neue Erkenntnis, denn dieser Status Quo hat seit mindestens über 40 Jahren Bestand. In Relation zum Rest der Welt geht es uns in Deutschland wirklich gut, wir gehören weltweit zu den reichsten 20%. Das viel zitierte „Jammern auf hohem Niveau“ hierzulande lässt sich also nicht völlig von der Hand weisen. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum Politiker in jüngster Zeit ständig kolportieren, dass es uns so blendend geht. (Vielleicht ist „blenden“ das Stichwort?) Selbstbeweihräucherung ist jedenfalls gänzlich unangebracht, denn mit der Arbeit derer, die uns in den letzten Jahrzehnten regiert haben, hat es m.E. wenig bis gar nichts zu tun.
Ist es nur politisches Geschwafel oder steckt dahinter taktisches Kalkül?

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„WIR“ werden (Vize)Weltmeister

Heute bestreitet die DFB-Elf bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Estádio do Maracanã das Finale gegen Argentinien. In Deutschland herrscht Euphorie, erst recht nach dem berauschenden 7:1-Sieg im Halbfinale gegen den Gastgeber Brasilien. Überall im Lande heißt es „WIR“ sind im Finale und „WIR“ werden Weltmeister.  Forciert wird diese Stimmung durch PR: „80 Millionen, ein Team“ und durch die Boulevard-Medien, Ihr erinnert Euch?: „WIR sind Papst“. Morgen heißt es dann „WIR sind Weltmeister“ oder im Falle einer Niederlage „WIR sind Weltmeister der Herzen“. Doch spätestens zum Monatsende, wenn wieder die Arbeitslosenstatistik veröffentlicht und kommentiert wird, heißt es dann wieder mit herablassendem Fingerzeig: „DIE Arbeitslosen“ und „DIE Hartz4-Empfänger“, obwohl es sich um 6,1 Millionen „Leistungsberechtigte“ handelt, während das DFB-Team aus lediglich 22 Spielern plus Trainer- und Betreuerstab besteht.

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„Hartz4-Empfänger“, ganz unten, am Arsch.

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Arbeitsagentur will Hartz-IV-Empfänger im Internet überwachen und fordert eine entsprechende Gesetzesänderung.“ Um ja keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, welcher Platz dem „Hartz4-Empfänger“ in dieser Gesellschaft zugewiesen gehört. Ganz unten. Am Arsch. Offenbar sind die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen mit Jobvermittlung, Kontrolle und Sanktionierung nicht ausgelastet, sodass noch genug Zeit bleibt, den „Leistungsempfängern“ nach SGB III auch noch im Internet nachzustellen.

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NRW-Landtagswahl : Die Qual der Wahl?

17 Parteien sollen heute auf dem Zettel stehen. Das erweckt den Eindruck als hätten etwa 13,2 Miliionen Wahlberechtigte in NRW die Qual der Wahl. Klammert man jedoch die Hartz4-Agenda-Gutfinder, die Wachstumsprediger, die Spendengeldempfänger, die Ignoranten der zunehmenden sozialen Schieflage und die idiologisch limitierten Hassparteien aus, wird es übersichtlich. Der Nebel lichtet sich. Kurz mit dem Wahl-O-Mat gegenschecken, Wahlentscheidung bestätigt, alles Roger. Auf gehts zum nächsten Wahllokal.
Nicht ganz ohne Ironie: Während die Bundesregierung die Piraten am Horn von Afrika bekämpft, werden Gleichnamige deutschlandweit immer stärker,… bin dann mal wech, Kreuzchen machen.

Jobzigeuner

Ausbeutung2.0Sieht so die Zukunft von Arbeit aus? Als Jobzigeuner von einem Unternehmen zum nächsten zu tingeln? Ohne Festanstellung mit unsicherer Zukunftperspektive? Leih- und Zeitarbeiter oder Mietjobber sind nichts mehr als Arbeitnehmer 2.Klasse, sie leisten oft das Gleiche, haben aber weniger Rechte und erhalten geringeren Lohn.

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Raus aus „Hartz4“ und trotzdem ist es nicht vorbei

Ausbeutung2.0Auch wenn vielfach Gegenteiliges behauptet wird, „Hartz4“ ist kein gemütliches Leben in der sozialen Hängematte. Nur wer die soziale Exklusion am eigenen Leib fühlt, der weiß es. Man ist froh aus „Hartz4“ rauszukommen, weg vom Zwang sich auch auf aussichtslose Stellen bewerben zu müssen, keine sinnlosen Maßnahmen mehr, die keine neue Perspektive eröffnen, sondern offenbar nur dazu dienen die Arbeitslosenstatistik aufzuhübschen. (Menschen, die sich diesen sogenannten Maßnahmen befinden, fallen aus der Arbeitslosenstatistik. Das sind durchschnittlich 1,2 bis 1,5 Millionen).

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Was Günter Jauchs Polittalk von Star Trek unterscheidet.

Ja, ich weiß, ich hatte es mir fest vorgenommen: Nie wieder Polittalk im Fernsehen. Doch gestern abend schwächelte ich, sagte zu mir selbst „Gib dem Jünter Jauch mal eine Chance“. Als ich unsere Bundeskanzlerin dort mit dem Lieblingsschwiegersohn der Nation sitzen sah, schwebte mein Daumen schon über der Fernbedienung, aber ich ließ „Mutti“ ausreden.

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Hirnsäge

Merke: Zwischen Seifenoper und Dschungelcamp passt immer noch ein Jobwunder.

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