Brutalste Aufklärung

Bill Williamsen, der Protagonist aus der Filmtriologie „Rampage“ von Uwe Boll klärt brutalst auf. Nach seinem spektakulären Amoklauf, verschanzt er sich in einer Fernsehstation nimmt dort Geiseln und erzwingt dadurch die Ausstrahlung seiner Botschaft landesweit (USA). Die Gewaltorgie in Ego-Shooter-Manier macht den Filmcharakter Bill Williamsen verabscheuenswürdig, aber was er verkündete, lässt einen sagen: „Scheiße, der hat ja so verdammt recht!“

(Filmausschnitt aus „Rampage 2, capital punishment“)

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Der Kapitalismus hat uns alle am Arsch

Über Fire-TV schaut er sich eine kapitalismuskritische Doku an, liest anschließend auf seinem eBook-Reader wie Amazon seine Mitarbeiter ausbeutet und legt empört den Kindle beiseite. Ein Fan von Borussia Dortmund schimpft auf Red Bull Leipzig, wegen der Kommerzialisierung des Fußballs, trägt ein Evonik-Trikot und geht zu den Heimspielen seiner BVB-AG  in den Signal-Iduna-Park.

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„Armutsflüchtlinge“

Ihr, die ihr das Wort „Armutsflüchtlinge“ mit diesem überheblichen abfälligen Unterton in den Mund nehmt, kotzt mich an. Ihr tut so, als hättet Ihr Eure Pole Position zum Start ins Leben nicht etwa einer glücklichen Fügung des Schicksals zu verdanken, als wäret Ihr nicht in diese Wohlstandswelt hineingeboren worden, als wäre es nicht menschlich nachvollziehbar, dass Menschen der Armut zu entfliehen suchen, als wäre es nicht so, dass Ihr diese Thematik zu Eurem politischen Vorteil ausschlachtet. Ihr stinkt aus dem Mund! Könnte an der ideologischen Verwesung in Eurem Kopfräumen liegen…

Entschuldigung, musste mal raus.

Wahlk(r)ampf, ich glaub‘ es geht los.

Parteitage werden abgehalten und Wahlkampfstrategien festgelegt. Mit anderen Worten: Es kommt die Zeit des flächendeckenden Brain-Bombing, die Bevölkerung wird mit platten Parolen unter Dauerfeuer genommen. Ich glaub‘ es geht los, Zeit den mentalen Schutzschirm zu aktivieren.
Die sPD eröffnet mit dem zynisch-dümmlichen Slogan „Das Wir entscheidet“ Dieser Spruch ist von einer Leiharbeitsfirma kopiert, was wiederum das Gesamtbild von den Agenda-Sozen abrundet. Der klassische Schuss ins eigene Knie  😉 Unsere Staatsmann-Attrappe Außenminister Westerwelle hat sich auch schon daran abgearbeitet.

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„Dieser Artikel könnte Ihnen gefallen“: Amazon und Ausbeutung

Ausbeutung2.0Die lausigen Arbeitsbedingungen bei Internet-Versandgroßhändlern sind hinreichend bekannt, keine Neuigkeit. Fast jeder weiß, dass dort überwiegend Leiharbeiter unter immensen Leistungsdruck für einen Hungerlohn, der kaum zum Leben reicht, ausgebeutet werden. Trotzdem ließ die kürzlich ausgestrahlte ARD-Doku „Ausgeliefert – Leiharbeit bei Amazon“ die Wellen der Empörung so hoch schlagen, dass sie schließlich in diversen sozialen Netzwerken in heftige Shitstorms mündeten. Viele Nutzer riefen dazu auf, Amazon zu boycottieren. Aufgebrachte Twitterer hackten Wut-Tweets in ihre Kindle-Tablets. Sogar in China wurde kritisch über diese Missstände auf dem deutschen Arbeitsmarkt berichtet. In China!  Vielleicht war die H.E.S.S-Security, die die Leiharbeiter in ihren bescheidenen Unterkünften kontrollierte und schikanierte, deren Personal verdächtig ist der rechtsextremen Szene zugehörig zu sein, der überspringende Funke, der den Sturm der Entrüstung entfachte.

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Neues aus dem Kakofon: „Fiskalklippe“

Das Kakofon erschallte, heraus kam „Fiskalklippe“, eine weitere Neusprech-Vokabel, die m.E. das Potenzial hat, bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2012 in die engere Auswahl zu kommen. Neusprech suggeriert, Neusprech verklärt, verstellt den Blick auf das Wesentliche und wird von der Systempresse en masse echolaliert, auf das er ja in jedes (Unter)Bewusstsein dringe.  Die USA drohen nun angeblich von der  so genannten Fiskalklippe herabzustürzen und den Rest der Welt mit in den Abgrund zu reißen. Buh, was für ein Schreckensgespenst!

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Sind wir eine Gesellschaft mit christlichen Grundwerten?

Ein paar lose Gedanken zu Ostern.

Dass wir in einer Gesellschaft mit christlichen Grundwerten leben, merkt man nur, wenn man an christlichen Feiertagen nicht zur Arbeit gehen muss. Oder? Wenn ich das mit den christlichen Werten und Tugenden richtig verstanden habe, gehört dazu auch eine bescheidene, wenn nicht gar asketische Lebensweise. Wie können wir dann im Kapitalismus leben, der uns zum Verlangen nach immer mehr Wohlstand oft bis zur Gier nach Reichtum antreibt? Ein System, welches den Egoismus mehr belohnt, als den Gemeinschaftssinn, wo der Wettbewerb mehr zählt als die Rücksichtnahme?

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„Gib mir die Welt plus 5 %“

Gastbeitrag von mot:

Ich habe diesen Film vor ca 2 Jahren entdeckt und er hat mich sehr beeindruckt. Sicher, der Film hat auch ein paar Schwächen und hält nicht jeder wissenschaftlichen Analyse stand, aber er erklärt sehr genau, die Hintergründe und Absichten unseres Geldsystems und der Geldschöpfung.
Vor allem, dass nur eine ganz kleine Minderheit von unserem Geldsystem profitiert und die Masse sich im Hamsterrad dreht. Durch die gegenwärtigen Inflation der Rettungsschirme und die Tatsache, dass die Steuerzahler die Zeche zahlen sollen bekommt der Film einen erschreckenden Bezug zur Gegenwart.
Ich bin gespannt ob aktuelle Bewegungen wie „Occupy Wall Street“ etwas erreichen, es wäre der Welt und den unterdrückten Sklaven zu wünschen.

„Gute Aufstiegschancen für Geringverdiener“

Unter der Überschrift „Niedriglohn als Aufstiegschance“ meldet ARD-Teletext auf Tafel 115 heute um 18:50:

Geringverdiener haben laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gute Aufstiegsperspektiven. Der Aufstieg vom Geringverdiener zum Normalverdiener gelinge jedes Jahr einem Viertel der Beschäftigten im Niedriglohnbereich.

Die Objektivität dieser „Studie“ wird durch das von mir fett vorgehobene Wort „arbeitgebernah“ massiv in Frage gestellt. Gehen wir trotzdem davon aus, dass die oben genannten Zahlen stimmen, blieben immer noch 75% der prekär Beschäftigten, die keine Aussicht auf bessere Entlohnung haben. Ein Chancenverhältnis von 25:75 als „gute Perspektive“ zu interpretieren ist mindestens gewagt, wenn nicht gar zynisch.

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