„Die verblödete Republik“

Wir, die sogenannten Durchschnittsbürger, werden massenhaft verblödet durch unsere Medien (vulgo: Qualitätsjournalismus), von der Wirtschaft und durch unsere Politiker. Desinformation, Halbwahrheiten, Märchen und hirnerweichendes Boulevard-Entertainment. Ein flächendeckender Großangriff auf unseren gesunden Menschenverstand. Die moderne Informationsgesellschaft, digitales Dauerfeuer im Multimedia-Gagaland, demnächst auch in Ultrahochauflösung (4K) auf jeder Matschscheibe.
Was zunächst wie eine Verschwörungstheorie klingt, wird plausibel, wenn sich der Rezipient mit dem Thema intensiver auseinandersetzt. Das folgende Hörbuch ist die ideale Vorlage. Nehmt Euch die Zeit, es lohnt sich, doch beeilt Euch, bevor die Verdummungsindustrie meldet: „Dieses Video ist in Deinem Land nicht verfügbar“

Gestern bei Beckmann

Der selbstdarstellerische Johannes B. Kerner (wofür steht eigentlich das B? Für Blödmann?) und sein Kollege Beckmann wären besser beim Sport geblieben, da können sie wenigstens keinen Schaden anrichten, stattdessen müssen diese Knallchargen auch noch Politiktalk machen. Bei Fußball-Übertragungen kann man ja zur Not den Ton abdrehen und trotzdem gucken, bei Politiksendungen macht es evtl. Sinn, wenn man  den O-Ton der Moderatoren und Studiogäste durch Tierlaute aus „Unsere kleine Farm“  ersetzt. Gestern waren bei Beckmann zwei der größten Politflachpfeifen gleichzeitig zu Gast. Friedrich Merz, der in seiner CDU längst nichts mehr zu melden hat, kurz nach der Finanzkrise das Buch „Mehr Kapitalismus wagen“ herausbrachte und der ehemalige „Superminister“ Wolfgang Clement, der einem möglichen Rauswurf aus der SPD durch seinen Austritt zuvorkam und nun offizieller FDP-Supporter ist.
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In eigener Sache: Kapitalismuskritik

Wenn ich in meinem Blog den Kapitalismus kritisiere, was ich in der Vergangenheit häufiger getan habe und auch zukünftig weiterhin tun werde, meine ich damit den totalitären Kapitalismus, jener der die Macht des Kapitals bedingungslos über alle menschlichen Bedürfnisse stellt. Meine Kapitalismuskritik bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass ich für Sozialismus, respektive Kommunismus und Planwirtschaft bin, wie es mir sowohl im realen Leben, als auch in der virtuellen Welt, dauernd vorgehalten wird. Muss es denn immer gleich auf die „Systemfrage“ hinauslaufen? Das entspringt in meinen Augen, binärem schwarz-weiß-Denken.
Um mich klar zu positionieren: Ich bin für eine echte soziale Marktwirtschaft mit Betonung auf Fettgedrucktem! Damit meine ich mitnichten jene „soziale“ Marktwirtschaft, wie sie von der Propagandaschleuder INSM oder von den Popliberalen verklärt wird! Diese Blender müssten eigentlich jedes Mal, wenn sie das Wort „sozial“ derart inflationär missbrauchen, Verätzungen im Mund- und Rachenraum erleiden!
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Dauerdebatte Mindestlohn

Arbeitslosenquote und gesetzlicher Mindestlohn in der EU
Mindestlohn
Um das Thema Mindestlohn wird in Deutschland eine Dauerdebatte geführt. Die Gegner des gesetzlichen Mindestlohn, die meist aus dem Lager der Marktradikalen kommen, benutzen häufig das Gegenargument, dass Mindestlohn höhere Arbeitslosigkeit zur Folge hat. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Arbeitlosenquote in allen EU-Ländern aufzulisten und tabellarisch darzustellen. Ebenfalls in der Tabelle links enthalten, sind die Mindestlöhne (Stundenlohn Brutto in Euro), die bereits in 20 EU-Ländern gesetzlich festgelegt sind!
Deutschland belegt in der Tabelle der Arbeitslosenquote einen unrühmlichen 20.Rang. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass unsere Statistik zurechtgebogen ist, denn c.a 1 Million Menschen in Umschulungsmaßnahmen, 1-Euro-Jobber und Erwerbslose über 58 Jahre sind nicht in der Arbeitslosenstatistik enthalten. Unsere Mainstreammedien steuern ihren Anteil hinzu indem sie die Arbeitslosenzahlen in der BRD dauerhaft tendenziös schönschwurbeln. Ob die anderen EU-Länder ebenfalls und in gleicher Weise ihre Statistik verfälschen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Zahlen zeigen jedoch Eines ganz klar: Die Länder mit gesetzlich geregelten Mindestlohn weisen keine signifikant höhere Arbeitslosenquote auf!
Die Niederlande, Belgien, Irland und Großbritanien rangieren vor Deutschland trotz Mindestlohn. Den Nachweis, dass Mindestlohn höhere Erwerbslosigkeit produziert, bleiben seine Gegner also schuldig.
Österreich hat inzwischen beschlossen ebenfalls den Mindestlohn einzuführen. Das Einkommen dort soll zukünftig mindestens bei 1000 Euro monatl. (Vollzeitbeschäftigung) liegen.
Die (neoliberalen) Befürworter des Niedriglohn fordern das sogenannte Mindesteinkommen, welches erreicht wird wenn der Hungerlohn, den der Ausbeuter Arbeitgeber zahlt, vom Staat steuergeldfinanziert auf Existenzminimum aufgestockt wird. Dieser Vorschlag ist eigentlich widersprüchlich, denn gerade die Marktradikalen pflegen doch die Philosophie, das staatliche Eingriffe in den freien Markt möglichst zu vermeiden sind. Einen größeren Einfluss seitens des Staates, als durch subventionierten Niedriglohn gibt es wohl kaum.
Einer der prominentesten Mindestlohn-Gegner, Prof. Sinn, Pop-Ökonom, Wirtschaftslobbyist und Preisträger , der häufig eine Plattform bei den Boulevardmedien bekommt, wird von den pseudoreligiösen Gläubigen an die „unsichtbare Hand des Marktes“ als Top-Experte für Ökonomie gefeiert. Es mag ja sein, dass der Herr Professor auf seinem Gebiet eine Koriphäe ist, was jedoch seine soziale Kompetenz angeht, würde ich einen Schimpansen höher einschätzen. Er ist m.E. ein Schwurbler vor dem Herrn, der sich selbst gerne reden hört. Das größte Problem in der Argumentation der Marktliberalen sehe ich in der Tatsache, dass sie alles der Wirtschaft unterordnen.
Die Gesellschaft, das menschliche Miteinander funktioniert nicht ausschließlich nach den Gesetzen der Marktwirtschaft, denn diese kennen weder Ethik noch Moral. Sind das nicht die Attribute die den Menschen u.a. vom Tier unterscheiden? Der entfesselte unreglementierte Raubtierapitalismus erinnert mich eher an die Gesetze der Natur. Hier zählt die Macht des Stärkeren. Fressen und gefressen werden.
tomswochenschau meint: An 1.Stelle ist der Mensch maßgebend, nicht die Marktwirtschaft!
Haben Hans-Werner Sinn und Konsorten auch nur eine geringste Ahnung, wie der Alltag eines Menschen aussieht, der zu Niedriglohnbedingungen arbeiten muß? Sicher nicht. Der „Chef-Ökonom“ ist ein großartiger Theoretiker, aber das Leben findet nicht auf dem Papier statt, sondern auf dem rauhen Boden der Realität! Das Dasein eines Hungerlöhners ist hart. Soziale Ausgrenzung, Armut, Depression. Keine Altersvorsorge, kaum Einzahlungen in die Sozialkassen, keine Perspektive, keine Zukunft.
Sicherlich ist der gesetzliche Mindestlohn kein Allheilmittel zur Armutsbekämpfung. Die weitere Umverteilung von Arm nach Reich muß dringend gestoppt werden! Der Mindestlohn wäre ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings wären weitere Maßnahmen erforderlich.

Zitate, die passend den Artikel abrunden:

„Die Forderung eines Mindestlohns ist im Prinzip ein Armutszeugnis für die Unternehmer, denn wenn ich als Unternehmer über einen Mindestlohn gezwungen werden muß, dem Mitarbeiter einen gerechten Lohn zahlen zu müssen, dann habe ich ihn ausgebeutet“

Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer des Textilherstellers Trigema, gesendet auf Deutschlandradio am 12. März 2008.

„Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben.“

Franklin D. Roosevelt

Quellen:
EUROSTAT (Arbeitslosenquoten aus Dänemark, Italien, Griechenland, Rumänien und GB sind von Dez.2007 die restlichen von Februar 2008 )
Wirtschaftliches Sozialwissenschaftliches Institut (Gesetzlich geregelter Mindestlohn, Zahlen auf dem Stand von September 2007)