Toms Telegramm (8)

Im Folgenden sind einige Links geparkt, die zu lesenswerten Texten führen. Es geht dabei um Anonymität und Pseudonymität im Internet und was Bundesinnenminister Friedrich dazu aus dem Sommerloch pupt. Es geht auch um den Traum von einer Welt, in der Geld keine Rolle mehr spielt und darum wie man nachprüfen kann, wie unsere Abgeordneten im Bundestag zu einzelnen politischen Entscheidungen votiert haben-
Weiterlesen

Zitat des Tages: Freedom of speech

„The freedom of speech is priceless, for everything else there is mastercard“

Oder in deutsch:

„Die Freiheit der Rede ist unbezahlbar, für alles andere gibt es die Mastercard“

Das Bild des Tages:
Friedensnobelpreisträger_Liu-Xiaobo

JMStV. Botschaft angekommen.

Mit dem sogenannten Telemediengesetz haben unsere Gesetzemacher bereits für reichlich Verwirrung nicht nur in der Blogosphäre gesorgt, nun wurden mit der Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (kurz: JMStV) alle Klarheiten, was Rechtssicherheit im Internet anbelangt, restlos beseitigt. Als Konsequenz kündigten einige Blogger bereits an, den Stecker zu ziehen und ihre Blogs vom Internet abzusaften. Sie werfen also die Flinte ins Korn, anstatt Kimme und Korn zu justieren.

Weiterlesen

Für das Recht auf Anonymität und gegen „Vermummungsverbot“ im Internet

Erneut wird mein Eindruck bekräftigt, dass die meisten Politiker vom Internet so viel Ahnung haben, wie ’ne Kuh vom Sonntag. Die Internetausdrucker von der Union sind wieder ganz vorne dabei. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Enquête-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft Axel E. Fischer fordert ein „Vermummungsverbot“ fürs Internet:

Es könne nicht sein, dass sich Bürger hinter selbstgewählten Pseudonymen versteckten und sich so der Verantwortung entzögen, sagte der Karlsruher Abgeordnete den Badischen Neuesten Nachrichten.

Was das Stehlen aus der Verantwortung angeht, da kennen sich Unionspolitiker ja bestens aus. Haben Altkanzler Helmut Kohl und der amtierende Finanzminister Wolfgang Schäuble jemals für ihre Schwarzgeldaffäre die Verantwortung übernommen? Wie sieht es mit dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und seinen jüdischen Vermächtnissen aus? Verantwortung anyone?

Weiterlesen

Rotten Neighbor ist tot!

Ein für alle Mal: rottenneighbor.com, jenes Internet-Portal aus den USA, auf dem anonym die Nachbarschaft mit oftmals unbewiesenen, jeglicher faktischer Grundlage entbeerenden Behauptungen, denunziert wurde, ist nicht zensiert oder gesperrt, sondern tot! Selbst mit einem Anonymisierungsserver ist kein Zugriff möglich, seit Monaten erhält man die lapidare Meldung: „Under constuction“. Kein Verlust. Meine „Grabrede“ zu diesem Projekt würde feucht-fröhlich ausfallen 😉

Weiterlesen

RWE’s Werbeagentur gegen Meinungsfreiheit?

Die Werbeagentur Jung von Matt, für den Stromriesen RWE tätig, versucht mit juristen Mitteln ein satirisches Werbe-Motiv als Pendant zur verlogenen irreführenden RWE-Kampagne „ProKlima-Strom 2011“ zu verbieten. Für mich eine Attacke auf die Meinungsfreiheit.

Bei Jung von Matt werden Blogs auch schon mal als „Klowände des Internets“ oder als „Abschaum der Publizität“ bezeichnet. Das sagt ausgerechnet die Spamindustrie Werbeindustrie, die das Internet am meisten zumüllt, wo Suggestion, Manipulation, Täuschung und Lüge zum Tagesgeschäft gehören. Ich nehme solche Aussagen von Werbefuzzis als Kompliment mit Amüsement zur Kenntnis 😉

In einer gut funktionierenden Blogosphäre wird der juristische Maulkorb mit dem Streisand-Effekt beantwortet, daher wird auch bei TOMS WOCHENSCHAU das „Anti-Atom-Trio“ gebloggt:

Das umstrittene Motiv: Das Antiatom-Trio

Das umstrittene Motiv: Das Antiatom-Trio

Eine unterstützenswerte Aktion von Urgewald. Im Kontext zu der ProKlima 2011-Werbekampagne von RWE sollte man wissen, dass der Energiekonzern 1.5 Milliarden Euro in ein Atomkraftwerk in Belene, Bulgarien (Erdbebengebiet!) investiert. Vor diesem Hintergrund betrachtet ist „ProKlima“ m.E. eine Mogelpackung. Gegner dieses AKW’s in Osteuropa sahen sich bereits Morddrohungen ausgesetzt. In diesem Zusammenhang fällt mir der schöne Satz, den ich neulich irgendwo bei Twitter las, ein:

Atomkraft als CO2-freundlich zu bezeichnen ist als würde man Wodka als fettfrei anpreisen.

Mitmachen: Das Atom-Trio bloggen

Mehr zu der Aktion erfahren bei .ausgestrahlt

Reaktionen

Wo bitte geht’s zu Gott?

fragt das kleine Ferkel, nachdem sein unbeschwertes glückliches Leben durch ein Plakat, auf welchem geschrieben stand: Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas! in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Daraufhin begab sich das freche Ferkel in Begleitung eines kleinen Igels auf die Suche nach Gott. Schließlich wollten sie erfahren, was ihnen fehlen könnte. Die Beiden stellten den „Gottesvertretern“ , die sie auf ihrem Weg trafen, kindlich naiv, die richtigen Fragen. Die Story ist schön bebildert in einem Kinderbuch verpackt. Ich habe es gelesen, finde es fabelhaft! Dem renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Peter Riedesser gefällt das Buch ebenfalls:

„als Gegengift zu religiöser Indoktrination von Kindern pädagogisch besonders wertvoll“

lautet sein Statement. Das christlich neokonservative Lager ist anderer Meinung und zeigt sich intolerant: Ursula von der Leyens Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beantragte die Indizierung des Ferkelbuches als jugendgefährende Schrift. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien folgte diesem Antrag nicht, dadurch wurde der Anschlag auf die freie Meinungsäußerung am 06.03.2008 abgewehrt!

Folgende Stellungnahme gaben die scheinheiligen semireligiösen Menschen von der CDU/CSU ab:

Absichtliches Missverstehen, Verkürzen und Verhöhnen religiöser Bekenntnisse ist eine Schande für eine aufgeklärte pluralistische Gesellschaft. Kinderbücher dieses Inhalts haben bildungsfeindliche Wirkung. Von ihnen ist dringend abzuraten.

Auszugsweise. Hier der komplette Text

Bildungsfeindlich ist vor allem die fundamentalistisch religiöse Verklärung! Die Religionsvertreter sollten lieber ihre radikal konservative Haltung überdenken und sich mehr in Richtung Toleranz und Offenheit bewegen. Auch Religion sollte sich sachlich mit Kritik auseinandersetzen, anstatt nach Verboten bzw Indizierung zu schreien.

Michael Schmidt-Salomon, der Autor des Ferkelbuches, ist keinesfalls religionsfeindlich. Er bezeichnet Religionen als Schatzkammer der menschlichen Kultur, wo es viel Wertvolles aber auch reichlich Überflüssiges gibt. Im Gegensatz zu CDU/CSU möchte ich für das Kinderbuch eine Leseempfehlung aussprechen, auch für Erwachsene!
Auf Ferkelbuch.de kann man das Buch komplett in englischer Sprache als PDF-Datei herunterladen. So lautet das Fazit des Ferkelbuches zum Schluß:

The fait in God around our globe, is just bad magic, just a joke
rabies, priest and muftis too, are naked apes like me and you.
Only they see floating „ghosts“, and wear funny caps and clothes.
They couldn’t fool our piglet, when: It laughed and laughed at all of them…

Ich lasse das jetzt mal unkommentiert stehen 😉

Quelle: Ferkelbuch.de

P.S. Bei Hänsel und Gretel wird die Hexe im Ofen verbrannt, dem permanenten Daumenlutscher wird der Daumen abgeschnitten. Frau von der Leyen, wann werden diese gewalttätigen Märchen indiziert, die sind doch brutalst jugendgefährend 😉 Dagegen ist das kleine Schweinchen doch harmlos…