„Deutschland geht es gut“

„Deutschland geht es gut“ wird aus gut unterrichteten führenden politischen Kreisen in den letzten Jahren regelmäßig verlautbart. Diese Aussage ist grundsätzlich korrekt, aber keine neue Erkenntnis, denn dieser Status Quo hat seit mindestens über 40 Jahren Bestand. In Relation zum Rest der Welt geht es uns in Deutschland wirklich gut, wir gehören weltweit zu den reichsten 20%. Das viel zitierte „Jammern auf hohem Niveau“ hierzulande lässt sich also nicht völlig von der Hand weisen. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum Politiker in jüngster Zeit ständig kolportieren, dass es uns so blendend geht. (Vielleicht ist „blenden“ das Stichwort?) Selbstbeweihräucherung ist jedenfalls gänzlich unangebracht, denn mit der Arbeit derer, die uns in den letzten Jahrzehnten regiert haben, hat es m.E. wenig bis gar nichts zu tun.
Ist es nur politisches Geschwafel oder steckt dahinter taktisches Kalkül?

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TV-Duell? Ohne mich.

Mein Wort zum Sonntag:

Das groß angekündigte TV-Duell Merkel versus Steinbrück werde ich mir gewiss nicht antun. Pure Zeitverschwendung. Der Erkenntnisgewinn, den ich mir davon verspreche ist gleich null, also genauso niedrig wie der Unterhaltungswert der „Redeschlacht“ zwischen Merkel und Steinmeier vor vier Jahren. Meine politische Meinung sowie meine Wahlentscheidung bilden sich nicht wenige Wochen vor einer Bundestagswahl, sondern über den Zeitraum mindestens einer Legislaturperiode.

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Indien und China als Maßstab für zukünftige Löhne und Arbeitsbedingungen in Deutschland?

Die Agenda 2010, als sogenannte Arbeitsmarktreform, souffliert von der Bertelsmann-„Stiftung“, publiziert von der Zeitschrift „Capital“, eingeführt und umgesetzt durch SPD und die Grünen, steht für den Beginn einer Entwicklung, die sich unvermindert fortsetzt. Die Dimension ist längst europaweit (Stichwort: Lissabon-Strategie) und darüber hinaus. Mit Sorge betrachte ich die drastische Jugendarbeitslosigkeit und soziale Verelendung in Griechenland, Spanien und Portugal.

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Ich lebe in einem Land,…

wo einer Kassiererin, die Pfandbons im Wert von 1,30 € unterschlägt, gekündigt wird, wo Politiker befürworten, dass „Hartz4-Betrüger“ auf Facebook gejagt werden, während einem Steuerhinterzieher, der als Präsident des FC Bayern München immer noch im Amt ist, der den Staat um einen Betrag im Millionenbereich geprellt hat, öffentlich vor Millionenpublikum von der Bundeskanzlerin höchstpersönlich die Hand geschüttelt wird. Deutschland ist nebenbei, laut einer BBC-Studie das beliebteste Land der Erde. Ich lebe in einer verkehrten Welt.

Italien wählt marktnonkonform

Italia_kicks_EU_assItalien hat gewählt. Wer jemanden wie Angela Merkel als Regierungschefin oder einen Fettnapftaucher als Kanzlerkandidaten hat, ist kaum in der Postion die italienischen Wähler zu beschimpfen oder sich über sie lustig zu machen. Mit diebischer Freude registriere ich, dass es die Marionette der EU-Spardikatoren, Mario Monti nicht geschafft hat. Der Lieblingskandidat der Aktienmärkte ist raus. Gut zu wissen, dass es auch noch marktnonkonforme Demokratien gibt. Ob die gewählten Alternativen, ein korrupter Schmierlappen und ein Komiker, besser sind, ist höchst zweifelhaft, steht aber auf einem anderen Blatt. Für die EU-Sparpolitiker und ihre Strippenzieher ist es ein Tritt in den Hintern vom Stiefel. Ob die allerdings noch was merken steht auch auf einem anderen Zettel.

T-Shirt für deutsche Griechenland-Urlauber

In Griechenland haben letztens zwei einheimische Rabauken einem Niederländer gar heftig einen Scheitel gezogen. Man hielt ihn fälschlicherweise für einen Deutschen, der für das merkelische Spardiktat büßen sollte. Ich finde es fies von diesen beiden alkoholisierten Rowdies ein alten Opi derart in die Fresse zu hauen. Dennoch sollte der deutsche Urlauber aus Angst vor Haue nicht auf Griechenland-Reisen verzichten. Ich bin überzeugt davon, dass die Griechen grundsätzlich gastfreundliche Menschen sind, die nun mehr denn je auf Tourismus angewiesen sind.

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#notmypresident

Meine vorläufig letzten Worte zu diesem unsäglichen Thema, welches bestens dazu geeignet ist uns von wirklich wichtigen Dingen abzulenken. Joachim Gauck, dessen Inthronisierung am 18.März durch die Bundesversammlung nur noch reine Formsache ist, wird auch nicht mein Präsident sein, genauso wenig wie sein Vorgänger und sein Vor-Vorgänger. Meines Erachtens sollte der Bundespräsidentschaftskandidat vom Volk bestimmt und direkt gewählt werden.  Ein Bundespräsident, der auf den Korridoren der Macht und hinter verschlossenen Türen aus machttaktischen Erwägungen heraus ausgekungelt und installiert wird, kann aus meiner Sicht kein echter Volksrepräsentant sein.

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Was Günter Jauchs Polittalk von Star Trek unterscheidet.

Ja, ich weiß, ich hatte es mir fest vorgenommen: Nie wieder Polittalk im Fernsehen. Doch gestern abend schwächelte ich, sagte zu mir selbst „Gib dem Jünter Jauch mal eine Chance“. Als ich unsere Bundeskanzlerin dort mit dem Lieblingsschwiegersohn der Nation sitzen sah, schwebte mein Daumen schon über der Fernbedienung, aber ich ließ „Mutti“ ausreden.

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„Unsere Regierung“

Die, die sich selbst Regierung nennen, stellen sich mal wieder blind, taub und stumm, wenn es um die Menschenrechtsfrage geht. Dort, wo es um Wachstum und Profite geht, haben sich Menschenrechte halt hinten anzustellen. Den dreckigen Panzerdeal mit dem Regime Saudi Arabiens hätten sie am liebsten totgeschwiegen. Wer glaubt, dass jene, die vorgeben „im Namen des Volkes“ zu regieren, sich zur Transparenz verpflichet fühlen, dem sei gesagt: „Willkommen in der Realpolitik, willkommen in der Merkelatur!“ Nicht meine Regierung: