„Deutschland geht es gut“

„Deutschland geht es gut“ wird aus gut unterrichteten führenden politischen Kreisen in den letzten Jahren regelmäßig verlautbart. Diese Aussage ist grundsätzlich korrekt, aber keine neue Erkenntnis, denn dieser Status Quo hat seit mindestens über 40 Jahren Bestand. In Relation zum Rest der Welt geht es uns in Deutschland wirklich gut, wir gehören weltweit zu den reichsten 20%. Das viel zitierte „Jammern auf hohem Niveau“ hierzulande lässt sich also nicht völlig von der Hand weisen. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum Politiker in jüngster Zeit ständig kolportieren, dass es uns so blendend geht. (Vielleicht ist „blenden“ das Stichwort?) Selbstbeweihräucherung ist jedenfalls gänzlich unangebracht, denn mit der Arbeit derer, die uns in den letzten Jahrzehnten regiert haben, hat es m.E. wenig bis gar nichts zu tun.
Ist es nur politisches Geschwafel oder steckt dahinter taktisches Kalkül?

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Altersarmut, die leicht vorhersehbare

Medien, Politiker und „Experten“ tun plötzlich alarmiert und überrascht, aufgrund der Tatsache, dass vielen Rentnern zukünftig Altersarmut droht. Dabei hat die Politik selbst durch ihre Renten- und Arbeitsmarktreform den Grundstein für diese drohende Entwicklung gelegt: Das Rentenniveau sinkt bis 2030 auf 43% des Nettolohns, das bedeutet dass Arbeitnehmer, die weniger als 2500€ Brutto verdient haben nach 35 Jahren Berufstätigkeit nur 688€ Rente erhalten würden (Quelle). Durch die Arbeitsmarktreform kam es zu einem Ausbau des Niedriglohnsektors vor allem durch Zeit- und Leiharbeit. Dass sich aus diesen atypischen Beschäftigungsformen, die, wie es hieß, den Weg zum sogenannten „ersten Arbeitsmarkt“ ermöglichen sollten, sich für viele aber als Sackgasse herausstellten und zum perspektivlosen Dauerzustand wurden, geringe Rentenansprüche ergeben war klar, dass wusste auch „unsere“ Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

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Der ideale Bundespräsident wäre,..

…kein Politiker, sondern ein durch und durch aufrichtiger Mensch aus dem realen Leben, jenseits der Parallelgesellschaft classe politique und ihren einflussreichen „Freunden“. Wir brauchen keinen Händeschüttler sondern einen Arschtreter, jemand der als ethisch-moralische Instanz der „alternativlosen“ Politik, die von den Interessen einer mächtigen elitären Minderheit beeeinflusst wird, eine Hürde in den Weg stellt. Quasi einen echten Volksanwalt als Gegenpol zu den Elitenvertretern. Der neue Bundespräsident könnte beispielsweise ein Schriftsteller oder ein Künstler sein. Er sollte einen messerscharfen Verstand besitzen, Verständnis und zwei offene Ohren für die alltäglichen Probleme und Nöte der Bürger haben und ein Gespür für soziale (Fehl)Entwicklungen. Vor allem sollte er kein taktisches Verhältnis zur Wahrheit pflegen, stattdessen die Sprache Tacheles fliessend beherrschen.  Der Bundespräsident sollte direkt vom Volk und nicht von der Bundesversammlung gewählt werden.

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Danke, Deutschland. Für voll Beschäftigung!

Bevor dieser grandiose Rant von Wilfried Schmickler aus der Sendung Mitternachtsspitzen vom 17.12.2011 wieder von der Videoplattform Youtube verschwindet (das kennt man ja), habe ich mir die Mühe gemacht den Text dieser Rede niederzuschreiben und ein wenig zu illustrieren ;-), er folgt im Anschluß an das Video:

„Ich habe eine Zeitung gelesen, eine Süddeutsche und da habe ich diese Anzeige gesehen, hier oben dieser seelig grinsende Dackel mit Helm und darunter die Schlagzeile: SO VIELE MENSCHEN IN ARBEIT WIE NIE ZUVOR.
DANKE, DEUTSCHLAND.

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Der Kern (der Wahrheit)

Dort steht er auf dem Podium und palavert ins Mikrophon, der langweilige Typ mit kurzwelligem Haarschnitt. Er ist blankrasiert, kameragerecht gestylt, seine Rhetorik geschliffen. Mit seiner Eloquenz wickelt er die meisten seiner Zuhörer um seine manikürten Finger, die noch nie harte ehrliche Arbeit gesehen haben.. Den wenigen bohrenden Fragen weicht er gekonnt aus, argumentativ ist er schwer zu packen, er windet sich wie ein Aal, macht es jedem potentiellen Gegner schwer einen Treffer zu landen. Dabei redet er immer um den heißen Brei, kommt nie auf den Punkt, den Kern der Wahrheit umhüllt er mit seinem pseudointelluektellen Geschwalle, dass er wie immer zu dick aufträgt.

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Mehr Netto? Am Arsch!

Erinnert sich noch jemand an die Versprechungen vor der Bundestagswahl 2009? „Arbeit soll sich wieder lohnen“. „Mehr Netto“ Das „Mehr Netto“, was man uns in die rechte Tasche gelogen hat, wird uns nun aus der linken Tasche wieder herausgezogen. Ich sach nur „Gesundheitsreform“, die uns von unserem Gesundheitsminister extrabreit grinsend verkauft wurde, wie von einem Waschmittelvertreter. „Wäscht so weiß, weißer geht’s nicht“ Resultat: Weniger Netto! Willkommen auf dem Boden der Tatsachen.

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Der NRW-Wahlsonntag, Politik und Polemik

Heute sind die Bürger Nordrhein-Westfalens aufgerufen ihren Landtag zu wählen. Diese Wahl soll richtungsweisend sein, könnte die Machtverhälnisse im Bundesrat verändern. Bei mir wird dieser Tag wie folgt ablaufen: Heute vormittag, also gleich, werde ich meine Stimme abgeben. Ich werde bis heute abend spät weder Radio noch Fernsehen einschalten, ich will keine 1.Hochrechnungen sehen. Ich werde Menschen meiden, die vor Mikrophonen reden und Leute, die vor Kameras Sachen machen. Ich meide auch „Experten“, die vor Bücherregalen interviewt werden. Die Polemik der Politclowns in sogeannten „Diskussionsrunden“ werde ich mir auch am späten Abend nicht mehr antun. Eine Prognose zum Wahlausgang? Geschenkt. Nur soviel: Schätze, die Nichtwähler werden mit 40 +x erneut die stärkste „Fraktion“ stellen, wetten? Nun wird dieser Blogeintrag mit persönlichen Worten zum (Wahl)Sonntag beendet:

„Wenn ein Politiker dem anderen Polemik vorwirft, ist es das Gleiche, als würde sich ein Formel1-Rennfahrer bei seinem Kollegen darüber beschweren, dass er zu schnell fährt“

So, machts gut und geht wählen, aber keine „extremen“ Parteien 😉
Hm, war das jetzt eine Aufforderung zum Nichtwählen? (kopfkratz)