Neues aus dem Kakofon: „Fiskalklippe“

Das Kakofon erschallte, heraus kam „Fiskalklippe“, eine weitere Neusprech-Vokabel, die m.E. das Potenzial hat, bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2012 in die engere Auswahl zu kommen. Neusprech suggeriert, Neusprech verklärt, verstellt den Blick auf das Wesentliche und wird von der Systempresse en masse echolaliert, auf das er ja in jedes (Unter)Bewusstsein dringe.  Die USA drohen nun angeblich von der  so genannten Fiskalklippe herabzustürzen und den Rest der Welt mit in den Abgrund zu reißen. Buh, was für ein Schreckensgespenst!

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Dortmund. Revolution im Mikroformat. [upgedated]

Unter der tiefstehenden Sonne durch die langen Schatten der Häuser wehte ein winziges Häuchlein Widerstand über den Friedensplatz. Ein kleines Trüpplein von weniger als 100 demonstrierte gegen die Bankenmacht, verlor sich auf der großen Fläche. Ein Mini-Polizeiaufgebot war in der Ecke postiert und verlebte gähnend eine ruhige Schicht.
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FDP, die Spaßpartei ignoriert die Wirtschaftskrise

Für die evontorientierte Spaßpartei war auch am sogenannten politischen Ascherwittwoch noch nicht Schluß mit lustig. Fröhlich huldigte und lobpreiste man den freien Markt, als wäre die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht existent:

Partei der Unbeirrbaren: FDP preist Selbstheilungskräfte des Marktes

Sind die FDP’ler lernresistente Realitätsallergiker? Nun, diese Erklärung wäre möglich, aber zu einfach. Die „Liberalen“ deren Freiheitsbegriff nicht näher definiert ist, machen knallharte Klientelpolitik, ihre Zielgruppe sind diejenigen, die eher vom freien Markt profitieren, daher weniger unter der Wirtschaftskrise leiden werden, also die Luxus- und die (ab)gehobene Mittelklasse. Als einfacher Arbeitnehmer müsste man schon reichlich enthirnt sein, die Abrissbirne seiner Rechte zu wählen. Die FDP findet Niedriglohn knorke.
Die Partei der Besserverdiener scheint noch nicht in der Krise angekommen, macht Täter zu Opfern. Nicht etwa der uferlose Markt mit seinem Finanzsystem und dessen Hauptakteuren, z.B. den gierigen rücksichts- und ehrlosen Spekulanten und Investment-Bankern, sondern nur der Staat habe schuld. Das ewig gleiche monetär-liberale Mantra. Mit den wahren Leidtragenden der Wirtschaftskrise zeigt die FDP dagegen keinerlei Solidarität.
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Die Leute kaufen, die Leute kaufen…

Hahaha, wer soll Euch das hier eigentlich noch abkaufen? Wie passt das hiermit oder damit zusammen? Fällt jemanden der Widerspruch auf?
Die multimediale Verdummungsmaschinerie läuft wieder auf Hochtouren, hoffentlich bekommt die bald einen Kolbenfresser! Gerade vom „deutschen Staatsfernsehen“ hätte ich doch etwas mehr Objektivität erwartet, stattdessen wird auch dort die Wirtschaftskrise und ihre Folgen schöngeredet. Wahrscheinlich erfährt man von offizieller Seite erst nach den Bundestagswahlen mehr…

Er nannte sich Pocke

Mein Freund hat nun einen neuen Spitznamen, neulich sagte er zu mir:

Ich bin am Arsch. Genauer gesagt fühle ich mich wie eine Pocke am Arsch. Nicht außen an der Pobacke, das wäre ja noch erträglich, nein ich fühle mich wie mittendrin in der Ritze und kriege jeden stinkigen Furz ab. Vom Rest, der danach kommt möchte ich erst gar nicht reden,…

Eigentlich ist „Pocke“ nicht depressiv, im Gegenteil, er ist ein Typ der selbst in einer misslichen Lage noch versucht das Positive zu sehen, eine Lebensphilosophie die uns verbindet. Dieser Ausspruch ist eher seinem ureigenen Galgenhumor geschuldet, vermischt mit temporär übler Laune und zuviel Alkohol im Blut. Er hat insbesondere seit dem Millenium viele Schicksalsschläge einstecken müssen, ist oft gestürzt, aber wie eine Katze wundersamer Weise immer auf die Füße gefallen. „Pocke“ ist ein sehr angenehmer lustiger umgänglicher Zeitgenosse, manchmal mit der Tendenz zum Leiden, was gelegentlich in Endzeitstimmung mündet. Nur wenn man ihn allzuoft „anfurzt“ wird er wirklich garstig.
Mein Freund bloggt nicht, daher hat er mich gebeten gelegentlich über seine Erfahrungen zu berichten, wir werden also noch von ihm hören,…
Zu Finanzkrise und Rezession analysierte er fachmännisch:

Bald sind wir alle im Arsch, das könnte zu einer „Pockenepedemie“ entarten,…

Ich hoffe er behält Unrecht,…

Burning and looting

Vor 3 Jahren brannten die Städte Frankreichs, nun brennt es nach Ausschreitungen in den griechischen Metropolen. Der Anlass für die aufflammenden Unruhen war der mutmaßliche Mord eines Polizisten, begangen an dem 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos. Diese Tat eines offensichtlich Kriminellen in Polizeiuniform, war das Streichholz am Pulverfass, welches die aufgestaute Wut, bedingt durch tiefergehende soziale Probleme in der Gesellschaft, entfesselte.
Die Perspektivlosigkeit vieler, vor allem junger Menschen, auch in Griechenland, die deprimierende Erkenntnis sich immer weiter von dem zu entfernen, was in Europa als menschenwürdiger minimaler Lebensstandard definiert wird, sind offensichtlich der Grund für das „soziale Feedback“ was nun die Machtelite aus Politik und Wirtschaft als Quittung für ihr egoistisches unsoziales Handeln, erhält.
Internationale Pressestimmen:
Gewalt in Griechenland
Berner Zeitung:
Die beiden Polizisten wurden verhaftet und wegen Mordes sowie Beihilfe zum Mord angeklagt

This morning I woke up in a curfew, oh god I was a prisoner to.
Could not recognize the faces standing over me. There where all dressed in uniforms of brutality.
How many rivers do we have to cross, before we can talk to the boss?
All we had it seems we have lost, but we already have to pay the cost.
That’s why we burning and a looting tonight, burning all illusions tonight,…(Burning and looting – Bob Marley)