Gedanken zum Grundeinkommen

Es triggert ungemein, wenn Menschen scheinbar ohne Gegenleistung Geld vom Staat bekommen sollen. Spreche ich mich für das Grundeinkommen aus, bekomme ich oft mit empörtem Tonfall zu hören: „Ich gehe doch nicht arbeiten und zahle Steuern, dafür das andere faul zu Hause bleiben können!“ Andere Stereotype: „Wir sind eine Leistungsgesellschaft zur der jeder durch Arbeitsleistung etwas beizutragen hat!“ Stimmt es im Umkehrschluss, dass jeder der eine berufliche Tätigkeit ausübt, etwas zur Gesellschaft beiträgt?  Mir fallen spontan die abschöpfenden Berufsgruppen ein, wo aus den gesellschaftlichen Ressourcen Infrastruktur und Arbeitskraft kräftig abgesaugt wird. Blieben diese Abstauber mit Grundsicherung untätig zu Hause, ginge es der Gesellschaft insgesamt vermutlich besser.

Wir leben im 21. Jahrhundert in einer modernen Industriegesellschaft, die noch dazu eine der reichsten weltweit ist. In diesen Zeiten erscheint mir jene Moral, wonach sich Mensch seine Existenzberechtigung erst durch Erwerbsarbeit verdienen muss, seltsam, gar befremdlich. Wir haben Arbeit ausgelagert, wegrationalisiert und automatisiert. Damit unsere Gesellschaft funktioniert ist es nicht erforderlich, dass jeder im erwerbsfähigen Alter einer Erwerbstätigkeit nachgeht.

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Kein Staatsbegräbnis?

Und das soll kein Staatsbegräbnis gewesen sein? Mit viel Pomp und militärischen Ehren wurde Margaret Thatcher zu Grabe getragen. Die Beerdigung „all inklusive“ soll 10 Millionen Pfund gekostet haben. Selbst nach ihrem Ableben liegt die knallharte Sozialreformerin dem Staat schwer auf der Tasche. Noch zu ihren Lebzeiten hatte sie ihre eigene Trauerfeier detailgenau geplant.  Anstatt einer selbst inszenierten posthumen Glorifizierung, hätte sie sich verbrennen und ihre Asche auf dem freien Markt verstreuen lassen sollen, das wäre ehrlicher und symbolträchtiger gewesen, hätte ihr politisches Wirken wirklichkeitsnäher zum Ausdruck gebracht.

Von der FDP zur SPD. Vom Regen in die Traufe?

Der FDP-Abgeordnete Lehmann tritt aus seiner Fraktion aus und will zur SPD wechseln. Er begründet dies mit der „sozialen Kälte“ seiner Partei.

Quelle

Soziale Kälte? Mann, der Typ ist ja ein Blitzmerker! Obwohl: Wer von der FDP zur SPD wechselt (oder umgekehrt), braucht sich politisch nicht allzu sehr umzustellen…

Wer arbeitet muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet

Genau. Und weil das so sein muss, ist die Botschaft zur kommenden Landtagswahl in NRW klar und deutlich. Hier ein Wahlplakat der Feudalen Dekadenten Partei, kurz: FDP

Mehr Armut für Hartz4-Empfänger, damit sich Arbeit wieder lohnt! Der Niedriglöhner wählt FDP.

Verwendetes Foto von franko CreativeCommons-Lizenz

Merkels Märchenstunde – Der Aufschwung kommt bei den Menschen an

Der kunterbunte Wahlkampf in den Staaten ist vorüber, wenden wir uns wieder dem grauen deutschen Politalltag zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nämlich vorgestern auf dem Arbeitgebertag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) eine Märchenstunde Rede abgehalten.

Zitatauschnitt Angela Merkel (Hervorhebungen von mir):

”Gleichzeitig hat Deutschland – ich habe darüber gesprochen – einen leistungsfähigen Sozialstaat. Man kann auch sagen, dass das Armutsrisiko zuletzt deutlich verringert wurde. Das heißt, man sieht auch daran, dass der Aufschwung natürlich bei den Menschen angekommen ist. Auch die Ungleichverteilung der Einkommen ist zurückgegangen. Wir haben oft sehr alte statistische Daten, an denen wir uns orientieren und die die neuere wirtschaftliche Entwicklung noch nicht wiedergeben. Ich finde es ganz wichtig, dass wir miteinander sagen: Veränderungen und Reformen lohnen sich für die Menschen – und zwar nicht nur für manche, sondern für viele in diesem Land. bla,bla,bla,…yadda,yadda,yadda,….“

Quelle (inzwischen versiegt)

Also, der letzte Aufschwung der bei mir angekommen ist, war auf der Achterbahn beim letzten Kirmesbesuch, der auch schon eine halbe Ewigkeit zurückliegt. Ich weiß aber noch, dass mir damals sehr übel wurde, genau wie jetzt, nachdem ich die wahrheitswidrige Rede von Frau Merkel gelesen habe, die m.E. einer Verhöhnung der prekär Beschäftigten, Leih- und Zeitarbeiter, 1-Euro-jobber und ALG2-Empfänger in Deutschland gleichkommt. Fakt ist aber, dass die Kinderarmut stetig steigt und die Einkommensunterschiede zwischen arm und reich in den letzten Jahren größer wurden. Niedriglohnjobs und Umverteilung zu Ungunsten der Schwachen in der Gesellschaft, werden für mein Empfinden von den Politikern der etablitierten Parteien entweder nicht als Problem wahrgenommen oder bewusst verleugnet. Merkels Worte waren eher eine Bewerbungsrede für die Zeit nach der politischen Karriere, zukünftige mögliche Arbeitgeber waren sicherlich unter den Zuhörern,…

Spontan fällt mir dazu Ganjaman’s Song ein:
„Oh wie verlogen sie doch sind. Sie sind auf beiden Ohren taub und beiden Augen blind, Meilen von der Wahrheit entfernt,…“

SPD und was ich Dir noch sagen wollte…

SPD: Sozial löst sich auf…

Du bist längst keine Volkspartei mehr. Arbeiterbier und Currywurst hast du gegen Champus und Kaviar eingetauscht. Unter der Führung von Kaschmirkanzler Schröder wurde Dein idiologischer Kompass neu eingenordet. Die Agenda 2010 war ein Irrweg weg von der Sozialpolitik hin zur Gefälligkeitspolitik zugunsten von Wirtschaftsinteressen.Nun bist Du schwarz eingefärbt, sozusagen eine CDU light. Zwei von denen, die Dich verkauft haben, sind nun fett im Geschäft. RWE und Gazprom lassen freundlich grüßen!

Symbolisiert das Bild mit dem taktischen Handzeichen des Sozialverräters ehemaligem Superministers die Einstellung zu Deiner Basis und zum Volk? Deine Hauptdarsteller sind ohne Profil. Für mich bist Du derzeit unwählbar. Doch genausowenig wie der VfL Bochum bist Du unabsteigbar, man wird sehen,…
Kehre zurück zu Deinen Wurzeln, ansonsten:
Mach’s gut und „Danke“ für Datenvorratsspeicherung und Hartz IV!