Neues aus dem Kakofon: „Fiskalklippe“

Das Kakofon erschallte, heraus kam „Fiskalklippe“, eine weitere Neusprech-Vokabel, die m.E. das Potenzial hat, bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2012 in die engere Auswahl zu kommen. Neusprech suggeriert, Neusprech verklärt, verstellt den Blick auf das Wesentliche und wird von der Systempresse en masse echolaliert, auf das er ja in jedes (Unter)Bewusstsein dringe.  Die USA drohen nun angeblich von der  so genannten Fiskalklippe herabzustürzen und den Rest der Welt mit in den Abgrund zu reißen. Buh, was für ein Schreckensgespenst!

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Was ist es wert?

Projekt42:Wert

Projekt 42: Wert

Wie matt wirkt das Funkeln all der Brillianten und Diamanten, wenn man in einer kristallklaren Nacht das Leuchten von abermillionen Sternen bewundern kann? Wie glanzlos ist all das Gold dieser Welt, wenn ein einziger Sonnenaufgang eine ganze Landschaft in goldenes Licht taucht? Was bringt materieller Reichtum, wenn das Herz von Finsternis beherrscht wird? Was zählt ein milliardenschwerer Banken- und Eurorettungsschirm, wenn milliarden Menschen weder genug Brot noch Obdacht haben? Wieviel wert ist ein System in dem Banken systemrelevanter als Menschen sind? Was bedeuten schon die nummerischen Werte auf Banknoten, wenn kein entsprechender Gegenwert in Form von Produktion und Dienstleistung erbracht wird?

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„Gib mir die Welt plus 5 %“

Gastbeitrag von mot:

Ich habe diesen Film vor ca 2 Jahren entdeckt und er hat mich sehr beeindruckt. Sicher, der Film hat auch ein paar Schwächen und hält nicht jeder wissenschaftlichen Analyse stand, aber er erklärt sehr genau, die Hintergründe und Absichten unseres Geldsystems und der Geldschöpfung.
Vor allem, dass nur eine ganz kleine Minderheit von unserem Geldsystem profitiert und die Masse sich im Hamsterrad dreht. Durch die gegenwärtigen Inflation der Rettungsschirme und die Tatsache, dass die Steuerzahler die Zeche zahlen sollen bekommt der Film einen erschreckenden Bezug zur Gegenwart.
Ich bin gespannt ob aktuelle Bewegungen wie „Occupy Wall Street“ etwas erreichen, es wäre der Welt und den unterdrückten Sklaven zu wünschen.

„So nackt mit mir, bitte“

Auf der Suche nach einer Lösung für ein kleines Linux-Problemchen führte mich die Suchmaschine zu einem Fedora-Forum, dessen Inhalt offenbar automatisiert ins Deutsche übersetzt wurde. Der User „ioda1956“ teilte augenscheinlich meine „Sorgen“ das klang maschinell gedolmetscht so:

Hallo zusammen:
Ich bin neu in diesem Forum und ich bin ein Neuling in Fedora. So nackt mit mir, bitte. […]

O.K. lieber Newcomer, wir sind nackt mit Dir, aber was ist Dein Begehr?

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Die Wohlstandsfestung – A wallet world

Die Berliner Mauer ist Geschichte, eine Geschichte aus der man offenbar nicht viel gelernt hat, denn die sogenannte „westliche Welt“ baut die Mauern ihrer Wohlstandsfestung immer weiter aus. Das Vorgehen gegen die Flüchtlinge, die verzweifelt dem Elend im eigenen Land zu entfliehen versuchen, ist brutal und menschenverachtend. Mauern, Zäune und bewaffnete Patrouillen grenzen diejenigen aus, von dessen billiger Arbeitskraft wir profitieren, deren Rohstoffe wir  importieren, deren Diktatoren wir alimentieren, deren Kriege wir finanzieren, deren Leid wir ignorieren.

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„Geistig behinderte Menschen sind wertlos“

Die Worte in der Titelzeile stammen selbstverständlich nicht von mir, denn ich bin überzeugt, moralisch noch halbwegs bei Trost zu sein, daher die Anführungszeichen um den Zitatcharakter hervorzuheben. Die Überschrift dieses Beitrages enthält die Kernaussage einer E-Mail, die bei einer Förderschule für geistige Entwicklung einging und mir zugespielt wurde:

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Ein Haus auf Sand

Finanzkrise und sie haben nichts dabei gelernt. Keine Erneuerung auf einem soliden Fundament, man renoviert das Haus auf Sand.
Don Alfons umschreibt es anders und drückt mächtig auf die Tube:

[…] Ich habe gar nichts dagegen, wenn die Erbsenzähler in den Banken wieder das Ruder übernehmen. Es arbeiten in diesem unproduktiven Sektor immer noch zu viele Leute, und der Weg zur wirtschaftlichen Gesundung kann nicht über eine Aufpäppelung der parasitären Strukturen werden, die aus Banken gesamtgesellschaftliche Risiken gemacht haben, gegen die der islamische Terrorismus ein Vorortfest mit Silversterkrachern ist.

Diese Krise bringt Menschen um. Sie entzieht Armen der ärztlichen Versorgung, sie hat falsche Ernährung zur Folge, sie macht Menschen chancenlos und zerstört übergreifend den Lebensstandard. Sie wird in absehbarer Zeit ein Anwachsen der nicht bankenbasierten Kriminalität zur Folge haben, Verteilungskonflikte und einen starken Rückgang der gesellschaftlichen Bindungskräfte. Diese Krise ist hochgefährlich, und alles, was der Politik einfällt, ist das Retten der Verursacher in der Hoffnung, dass diese egomanen Mastviecher, die nichts anderes als das Fressen kennen, ein paar Brocken aus den Trögen für andere fallen lassen. Moral Hazard wird damit nicht zum Problem derer, die ohnehin keine Moral haben, aber für die Gesellschaft und ihre Werte. […]
Quelle

Dabbeljuh ooh aar dee W-O-R-D!

Im Gegensatz zum Pop-Ökonom Prof. Sinn, glaube ich ebenfalls nicht an einen „anonymen Systemfehler“. Hier haben diejenigen, die an den Schalthebeln der Marktwirtschaft agieren, gewissen- und verantwortungslos gehandelt. Ihre Wegbereiter, die Deregulierer, aus der Politik sollten ebenfalls die Konsequenzen ziehen.
Stattdessen werden die Mitverursacher der Systemkrise mit Milliarden staatl. Steuergelder alimentiert. Eine schmutzige Hand wäscht die andere….

Passendes Zitat:

“Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.”

Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes.
John Maynard Keynes

Der Anti-Bushido-faule-Eier-Rap

Bushido bedeutet „Weg des Kriegers“, doch wenig martialisch war sein Vorgehen vor Gericht gegen zwei Familien und einen Rentner, die angeblich seine „künstlerischen Werke“ über eine illegale Internettauschbörse verbreitet haben sollen. Das war eher der ausgelatschte „Pfad des Spießers“!

Es stellte sich heraus, dass die Beklagten Opfer ihrer ungesicherten drahtlosen Internet-Verbindung wurden, welche von unbekannten Dritten zu illegalen Up- bzw Downloads missbraucht wurde. Hätte Anis Mohamed Youssef Ferchichi, so heißt der „Gangsta-Rapper“ mit bürgerlichen Namen, Mitmenschlichkeit und Verständnis gezeigt, hätte er die Klage zurückgezogen, zumal er bei seinen Vermögensverhältnissen keinen wirklichen finanziellen Schaden erlitten hat.

Ich kenne Bushidos Sprechgesang überwiegend aus verzerrenden quäkenden Handy-Lautsprechern spätpupertierender Halbstarker, die sich meist mit Hiphop-Fashion ausstaffieren. Große Fresse, Bling-Bling, Schnellficker-Kappe auf dem Kopf und dazu Bushidos gewalttriefender homophober sexistischer Pöbel-Rap und fertig ist das Pseudo-Bad-Boy-Gangsta-Life.
Dass wir uns nicht falsch verstehen: Es gibt auch guten Rap. Dieser hier zum Beispiel spielt in einer anderen Liga.
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