Professor Sinns Irrsinn, die „Judenverfolgung der Manager“ anonyme Systemfehler und der regulierte Markt

Kürzlich fragte ich mich noch, wo er denn hin ist, der Sinn, Chef vom UFO IFO-Institut und Preisträger (das faule Ei des Monats Februar). Und dann meldet er sich fulminant zurück, wie ein vergessenes Knallbonbon zu Sylvester:

Hans-Werner Sinn: In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.

Hab‘ ich etwas verpasst? Wurden bereits Konzentrationslager für Manager errichtet? Bank-Manager stehen zurecht in der Kritik und der Vergleich zur Judenverfolgung stellt nicht nur eine ungeheuerliche Verharmlosung des Holocaust dar, sondern ist auch völlig absurd. Gibt es eigentlich „anonyme Systemfehler“ die für Hirndurchfall bei Professoren verantwortlich sind?
Mein tiefstes Mitgefühl für die „armen“ verfolgten Manager. Eine Tasse für meine Träne. (Szene aus dem Film Nero mit Peter Ustinov)

Als Volkswirt sehe ich stattdessen falsche Anreize und fehlende Regeln. Schauen Sie sich den Straßenverkehr in Indien an. Die Leute fahren links, rechts, auf dem Bürgersteig, das ist abenteuerlich. Der Verkehr kommt deswegen immer wieder ins Stocken. Sind daran die „Manager“ an den Steuerrädern schuld oder fehlende Verkehrsregeln?
Interview im „Tagesspiegel“, 27.10.2008

Strike! Jetzt habe ich Sie da, wo ich sie schon immer hin haben wollte! Das hat sich u.a. bei hart aber fair im letzten Jahr noch ganz anders aus Ihrem Mund angehört. Da wurde noch das Mantra vom freien derugulierten Markt heruntergebetet und nun die späte Einsicht dass auch der Markt Regeln braucht?! Herr Sinn, sie sind gescheitert, ihre öffentlichen Verlautbarungen sind den Lobbyisten auch nicht mehr von Nutzen, so kann ich die lautgewordenen Rücktrittsforderungen Ihnen gegenüber nur unterstützen. Wegtreten!

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Professor Sinn entschuldigt sich. Das muss man ihm zumindest positiv anrechnen, aber gesprochene Worte sind wie abgefeuerte Gewehrkugeln, die lassen sich auch nicht einfach zurückholen und hinterlassen manchmal schmerzhafte Wunden.

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Massenvergewaltigungen bei Aldi Der sogannte Aldi-Mittwoch,jener Wochentag an dem es dort Sonderangebote gibt, hat ja schon manches menschlich abartiges Verhalten ausgelöst, aber ging es jemals soweit? Und überhaupt: Was habe ich damit zu tun? 👿

wenn jemand furzt gedicht Danke für die künstlerische Anregung! Momentan befindet sich Poesie über anal entweichende Biogase noch nicht in meinem Weblog, aber ich arbeite daran. Bis dahin empfehle ich die Bahnhofsklotür.

arbeitslohn kongo Sehr vorausschauend sich danach zu erkundigen. Bald haben wir auch kongolesische Löhne in der BRDemokratie. Ja mein Freund, das nennt man Globalisierung!

welches gemüse ist gut für den sex Ich empfehle Karotten oder Gurken, allerdings ist die Befestigung etwas schwierig,…

tom sucht sein land Habs gefunden! Vanuatu Ein Inselstaat im Südpazifik, dort sollen die glücklichsten Menschen der Erde leben, außerdem ist man weit weg von der globalen Politik. Da will ich hin! Wer kommt mit?

citronengras ist das gesund? Sehr gesund, lese ich auch öfters: Hier entlang bitte

nur so Versucht hier jemand mit Hilfe von Google dem Gefängnis der Langeweile zu entkommen? Ich hoffe dieser „Knast“ ist nicht ausbruchssicher, sonst winkt lebenslanges Trübsalblasen.

nackte promis – marijke amado nackt Solche Fotos habe ich jede Menge! Leider kann ich sie nicht in meinem Weblog veröffentlichen, denn die Bilder sind genauso überbelichtet, wie diese Suchanfrage unterbelichtet ist! Mal im Ernst: Promis interessieren mich selbst angezogen, maximal sekundär.

Hier die häufigsten Schlüsselwörter aus der Google-Eingabemaske, die bei tomswochenschau landeten:

southpark – affe – lustig

Und ich dachte, dass ich ein halbwegs seriöses Weblog führe,… 😉

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Preis für Professor Sinn

Das faule Ei des Monats Februar von Toms Wochenschau.

Hans Werner Sinn, der sogenannte Wirtschaftsexperte und Präsident des IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung ist schon längere Zeit auf meinem „Faule-Eier-Radar“. Unbenommen ist er eine Kapazität, erfolgreicher Buchautor und in den Medien vielzitierter Pop-Ökonom. Der hochintelligente Professor ist in der Welt der Wirtschaftselite zu Hause, sozusagen die
Kühlerfigur des Kapitalismus.

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„Böse Zungen“ würden ihn auch als Mietmaul der Wirtschaftslobbyisten bezeichen. Bei Worten wie Geschäftsklimaindex, Kapitaleinkommensbesteuerung, Wirtschaftswachstum, Eigenkapitalrendite, Niedriglohn glänzen ihm die Augen, aber das Wort sozial hat auf ihn vermutlich die gleiche Wirkung, wie das Kruzifix auf einen Vampir! In der Sendung Hart aber fair, die letzes Jahr im Dezember ausgestrahlt wurde, meinte Professor Sinn sinngemäß:

Es ist ein frommer Wunsch, wenn der Arbeitnehmer verlangt von seinem Einkommen leben zu können. Von diesem Anspruchsdenken müssen wir wegkommen

Ja nee is klar Herr Professor Unsinn, wir leisten zukünftig nur noch Frohndienst ab, um der reichen Elite des Landes ihre Luxusvillen mit eingebauten Whirlpools zu finanzieren, dann können sie sich noch mehr Blubberbläschen in ihre fetten Hintern blasen lassen. Klingt irgendwie nach Neofeudalismus.

Derartig arrogant geringschätzige Äußerungen gegenüber den Werktätigen verdienen das faule Ei des Monats, welches sie hiermit zu Ihrem 60.Geburtstag von tomswochenschau bekommen! Herzlichen Glückwunsch!

Was soll man sonst noch Jemanden schenken, der materiell schon alles hat? Ich wünsche Ihnen eine bessere soziale Einstellung, menschliche Wärme und Nächstenliebe. Für einen marktradikalen neoliberalen Fundamentalisten ist das natürlich ein frommer Wunsch!