Gewalt in Kenia

Ein trauriger Tag für Kenias Demokratie, war der 30.12.2007, als der 76-jährige Mwai Kibaki seine Wiederwahl verkündete und sich vereidigen ließ. Überschattet wird sein „Sieg“ vom Verdacht des Wahlbetrugs. Hier noch einmal die Chronologie der Ereignisse:

Am 27. Dezember sind c.a 14 Millionen Kenianer zur Wahl des neuen Präsidenten sowie 210 Parlamentsabgeordneten und 2484 Vertretern der Lokalregierungen aufgerufen.. Es wird eine hohe Wahlbeteiligung prognostizert. Alles verläuft recht friedlich.
28.Dezember: Es deutet sich um Laufe des Tages an, daß Herausforderer Raila Odinga vorne liegt.
Bei 75% der gezählten Stimmen, soll der Führer der Oppositionspartei ODM (Orange Demokratic Movement) c.a 5% Stimmanteile Vorsprung haben. Seine Anhänger feierten bereits.
29.Dezember: Odingas Vorsprung schmilzt. Nach offiziellen Bekanntmachungen soll der Oppositionsführer nur noch mit 40.000 Stimmen vorne liegen. Er fordert Kibaki auf, seine Niederlage zuzugeben. Der amtierende Präsident dagegen besteht darauf, daß Ende der Stimmauszählung abzuwarten. Die Endresultate aus Kibaki’s Hochburgen lassen auf sich warten. Erste Unruhen breiten sich im Lande aus. Odinga erhebt Manipulationsvorwürfe.
30. Dezember: Kibaki erklärt sich offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl, läßt sich eine Stunde danach, vereidigen und forderte das „Urteil des Volkes“ zu akzeptieren. Das ist der Auslöser für gewaltsame Demonstrationen, Plünderungen, Brandstiftungen und Polizeigewalt. Polizisten eröffnen das Feuer auf Demonstranten, schießen sogar auf Flüchtende. Die USA sind der erste offizielle „„Gratulant“ Kibaki’s zu seinem „Wahlsieg“.
Offizeille Statistik des Wahlergebnisses:
statistik_wahl_kenia.gif
31.Dezember: Die Spirale der Gewalt dreht sich weiter. In Pressemeldungen erhöht sich stündlich die Anzahl der Todesopfer. Ein BBC-Reporter zählte in einer Leichenhalle, in einer Hochburg der Opposition, in Kisumu, 40 Todesopfer mit Schußverletzungen. Ein Augenzeuge berichtete, die Polizei habe wahllos geschossen. Odinga der seine Niederlage nicht anerkennt, sagte, daß er und seine Mitstreiter sich nicht von der Gewalt einschüchtern lassen, aber er forderte zu friedlichen Demonstrationen auf. Die Menschen sollen sich nicht von „einer kleinen Clique“ das Recht auf Demokratie nehmen lassen. Kibaki verhängt eine Ausgangssperre in Nairobi.
1.Januar: Jede neue Meldung, eine Schreckensmeldung: Eldoret. Eine Kirche in die sich Schutzsuchende geflüchtet hatten, wurde vom tobenden Mob in Brand gesetzt, 30 Kenianer, darunter auch Kinder starben!
EU-Wahlbeobachter stellten „Unregelmässigkeiten“ bei der Wahl fest. Für einige Bezirke wurde laut Kenianischer Wahlkommission eine Wahlbeteilligung von 115% angegeben! Vier der 22 kenianischen Wahl-Kommissionsmitglieder haben auch Zweifel an der Echtheit der Zahlen mit Präsident Kibaki’s Vorsprung von 200.000 Stimmen. Alexander Graf Lambsdorf, Chef der EU-Überwacher sagt, daß nur eine unabhängige Untersuchung den Wahl-Disput lösen kann.
Kibaki aber zeigt sich wenig staatsmännisch, lehnt dieses ab, droht stattdessen mit aller Härte gegen Demonstranten vorzugehen. Wie das aussieht müssten viele bereits am eigenen Leib spüren. Inzwischen wird die Anzahl der Todesopfer auf rund 250 beziffert.

Quelle: BBC Afrika (Siehe RSS-Feedreader in meiner Sidebar für aktuelle Meldungen)

Toms Wochenschau bleibt dran.

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