Finanzkrise – Täglich grüßt der Pleitegeier

Die Finanzkrise in den USA droht einen weltweiten Flächenbrand auszulösen. Eine Investment-Bank nach der anderen kollabiert. Wie war das noch? Der Markt regelt alles? Zumindest solange bis der Staat mal wieder eingreifen muss. Einige Finanzexperten sprechen bereits von einer drohenden weltwirtschaftlichen Rezession. Das alles sind Dimensionen, die der kleine Mann kaum noch erfassen kann. Auch ich muß eingestehen, dass ich nicht viel davon verstehe, obwohl ich selbst permanent in einer Finanzkrise stecke. Ich kann nicht wirklich gut erklären was Investment-Banking, Shareholder-Value, Hedge-Fonds oder ein Portfolio ist. Ich weiß eher, was ein leeres Portemonaie ist und ich weiß, dass ich aufgrund der aktuellen Schreckensmeldungen zu diesem Thema, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend habe. Das scheint vielen anderen ähnlich zu ergehen. 30% der Deutschen würden am liebsten ihr Geld von der Bank abholen, weil sie nicht mehr glauben, dass es dort sicher ist. Nun, bei mir gäbe es da nicht viel abzuholen. Bevor der große Crash kommt, sollte ich mich vielleicht schon mal mit der Landwirtschaft vertraut machen oder bei Öff-Öff in die Lehre gehen…

Doch Eines ist mir klar. Geld wird nicht verbrannt oder vernichtet, wie vielfach plakatiert wird, sondern umverteilt! Hier sollte man die Frage stellen:
Wer profitiert davon?
Wir wollen ja schließlich nicht, dass nach der Revolution die falschen Leute an den Laternenpfählen baumeln, oder?

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4 Kommentare zu “Finanzkrise – Täglich grüßt der Pleitegeier

  1. Na wer profitiert wohl ?
    Die Frage kann doch wohl jeder selbst beantworten.
    Wer aber verliert? Wir, das Stimmvieh, die kopflose Masse, wir die Steuerzahler.
    Aber was sagt der typische „Gutmensch“:
    (Schulterzucken)…ist mir doch egal………………………

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  2. Die Verlierer sind immer dieselben, die Gewinner auch und solange die Gewinner das Sagen haben, wird’s auch so bleiben.

    Den Gewinnern ist es egal, ob die kopflose Masse verreckt oder nicht, solange sie am Ende davon profitieren.

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  3. ad 1) hier wird kein Geld umverteilt. Bei der Finanzkrise wird die Giralgeldschöpfung der Banken untereinander vermindert. Das bedeutet, daß die Bilanzen auf der Soll und Habenseite verkürzt werden. Der alte Spruch „das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer“ stimmt für die Finanzkrise nicht. Hier werden primär Interbankpositionen aufgelöst (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Buchgeldsch%C3%B6pfung).

    ad 2) Die Finanzkrise wurde primär durch Interventionen und Eingriffe des Staates ausgelöst. Mal nach „Community Reivestment Act“ und „American Dream Downpayment Initiative“ googeln. Durch diese amerikanischen Gesetze sollte einkommenslosen Familien Immobilienbesitz ermöglicht werden. Gesetzliche Eingriffe in den Markt begrenzen in den USA die Haftung für die Kredite auf das Haus selbst – der Schuldner haftet nicht mehr mit seinem Vermögen. Das ganze wurde durch die Staatsbanken „Fanny Mae“ und „Freddy Mac“ finanziert und die Geschäftsbanken wurden per Dekret dazu gezwungen, die Kredite am Markt zu verbriefen. In Deutschland wurden diese Asset Backed Securities durch entsprechende Verordnungen der Regierung Schröder in den Handel eingeführt – unter anderem um in Produkte zur Riester Rente aufgenommen werden zu können. Diese staatliche Intervention schuf erst die Nachfrage nach den entsprechenden Verbriefungen.

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  4. @Tobias Heinz:

    Klingt durchaus plausibel, hier scheint ein Finanzexperte sein Statement abgegeben zu haben. Ich frage mich aber, ob man ernsthaft glauben soll, dass Banker gezwungen wurden “faule Immobilienkredite” zu vergeben oder dass Bankberater und Kreditgeber dazu genötigt wurden, Kreditnehmer und Anleger schlecht bzw bewusst falsch zu beraten. Handelt man innerhalb staatlich gesetzlich vorgegebener Rahmenbedingungen nicht immer noch eigenverantwortlich? Dass der Staat falsche Rahmenbedingungen, teilweise auch durch zu viel Deregulierung gesetzt hat, ist richtig, aber spricht das die großen Finanzakteure an den langen Schalthebeln der weltweiten Marktwirtschaft von jeglicher Schuld frei? Ich meine nein!
    Die Argumentation blendet die Tatsache aus, dass die Protagonisten auf dem globalen Finanzmarkt innerhalb ihres Handlungsspielraums aus widerlichen Motiven, verantwortungslos agiert haben.

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